Klimabericht Acht Jahre zur Rettung der Erde

Ab 2015 darf der Ausstoß an Treibhausgasen nicht mehr wachsen, wenn der Klimawandel in erträglichen Grenzen bleiben soll. Das schreiben die UN-Experten im dritten Teil ihres Klimaberichts. Das Ergebnis soll Mut machen - die Rettung der Erde sei machbar und nicht zu teuer.

Bangkok/Nairobi - Der Menschheit bleibt zum Klimaschutz kaum noch Zeit: Der weltweite Treibhausgasausstoß muss bis spätestens 2015 stabilisiert werden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abzuwenden. Das geht aus dem dritten Teil des UN-Klimaberichts hervor, der am Freitag in Bangkok veröffentlicht wurde. Die Kosten für eine Eindämmung des Klimawandels halten sich demnach in Grenzen.

"Das ist Grund für Mut und Optimismus", sagte der Direktor des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Wenn die Erderwärmung im beherrschbaren Bereich von 2,0 bis 2,4 Grad Celsius bleiben soll, koste dies im Jahr weniger als 0,12 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, heißt es in dem Bericht. Die Autoren halten es sogar für möglich, dass der Einsatz klimaschützender Technik das Wirtschaftswachstum leicht beschleunigt.

Um den Temperaturanstieg zu begrenzen, muss der Treibhausgasausstoß dem Report zufolge drastisch reduziert werden. Spätestens in acht Jahren dürfen die Emissionen nicht weiter ansteigen, mahnen die Forscher. Bis 2050 müsse der Kohlendioxid-Ausstoß um 50 bis 85 Prozent gesenkt werden.

Führende Wissenschaftler und Regierungsvertreter hatten seit Montag in Bangkok über den ursprünglichen Entwurf dieses dritten Klimaberichts beraten, der eigentlich nur 24 Seiten umfasst. Die Delegierten mussten sich aber durch insgesamt 140 Seiten mit fast 1000 Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen arbeiten, bevor die endgültige Version feststand. Am jüngsten Weltklimabericht hatten hunderte Wissenschaftler aus aller Welt mehrere Jahre lang gearbeitet.

Der dritte und letzte Teil des UN-Reports beschäftigt sich mit den möglichen Maßnahmen gegen den Klimawandel. Teile I und II hatte der UN-Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Februar und im April veröffentlicht. Sie hatten Zweifel am menschengemachten Klimawandel weitgehend ausgeräumt und vor gravierenden Folgen gewarnt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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