Thomas Cook Tiefroter Jahresstart

Für Thomas Cook ist der Start ins neue Geschäftsjahr alles andere als optimal verlaufen. Im ersten Quartal fuhr der Reisekonzern einen deutlich größeren operativen Verlust ein als noch im Vorjahr. Mit der geplanten Fusion scheint es allerdings voranzugehen: Die EU-Kommission hat angeblich keine Einwände.

Frankfurt am Main - Der zu KarstadtQuelle  gehörende Reisekonzern Thomas Cook hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2006/07 einen deutlich höheren Betriebsverlust eingefahren als ein Jahr zuvor. Von November bis Januar habe sich der operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 44 Prozent auf 120 Millionen Euro erhöht.

Grund seien die gestiegenen Treibstoffkosten und geringere Sondererträge aus Verkäufen als im Vergleichszeitraum, heißt es in dem offiziellen Börsenprospekt für den geplanten Zusammenschluss von Thomas Cook mit dem britischen Konkurrenten My Travel. Für das Gesamtjahr geht Cook allerdings weiterhin von einem Anstieg des Ergebnisses aus.

Der 500 Seiten umfassende Prospekt wurde von My Travel bereits am Montagabend im Internet veröffentlicht, wie ein Cook-Sprecher am Mittwoch erläuterte. Auf eine gesonderte Veröffentlichung der Quartalszahlen habe Thomas Cook verzichtet, zumal der Mutterkonzern KarstadtQuelle kommende Woche bei der Präsentation seiner eigenen Zwischenbilanz für das erste Quartal darauf eingehen werde. In der Vergangenheit hatte Europas zweitgrößter Reisekonzern seine Quartalszahlen eigenständig veröffentlicht.

Im Winterquartal schreiben europäischen Touristikfirmen aufgrund hoher Vorkosten für das Gesamtjahr in der Regel Verluste. Der Umsatz reichte bei Cook in dem Zeitraum mit 1,104 Milliarden Euro fast an das Vorjahresniveau heran. Der Rückgang der Urlauberzahl um 0,8 Prozent sei durch den Anstieg des Durchschnittspreises um 0,6 Prozent weitgehend ausgeglichen worden, heißt es in dem Börsenprospekt.

Der Cook-Konzern gehört seit kurzem komplett zum Handelsriesen KarstadtQuelle, der den 50-Prozent-Anteil der Deutschen Lufthansa  an Cook übernommen hat. Im Laufe des Jahres soll das Unternehmen mit My Travel zur neuen Thomas Cook Group Plc verschmolzen werden, die an der Londoner Börse notiert sein wird. Daran halten KarstadtQuelle dann 52 Prozent und die bisherigen My Travel-Aktionäre 42 Prozent.

Die EU-Kommission hat Kreisen zufolge unterdessen keine Einwände gegen die geplante Übernahme. Die EU-Wettbewerbshüter würden die Transaktion voraussichtlich noch diese Woche genehmigen, zitierte die Nachrichtenagentur reuters eine mit dem Vorgang vertraute Person. KarstadtQuelle schmiedet mit der Übernahme einen neuen Touristikriesen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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