Münchener Rück Von Bomhard baut um

Der Vorstandschef der Münchener Rück hat die Eigentümer des weltweit zweitgrößten Rückversicherers auf einen Konzernumbau eingeschworen. "Wir brauchen jetzt eine neue Perspektive, eine neue Ausrichtung", sagte Nikolaus von Bomhard am Donnerstag vor 3000 Aktionären auf der Hauptversammlung in München.

München - Das Umbauprogramm "Changing Gear" soll Schwung in den Konzern bringen, der nach Einschätzung des Managements dringend effizienter werden muss. Risikokapital solle künftig nur in Feldern eingesetzt werden, in denen die höchste Verzinsung zu erwarten sei. Mitarbeiter müssten sich verändern. Einzelheiten nannte von Bomhard zunächst nicht.

In einem Interview hatte er zuletzt rasche Erfolge durch das Umbauprogramm in Aussicht gestellt. "2008 wird sich das definitiv im Ergebnis niederschlagen." 100 bis 200 Beschäftigte der Sparte Rückversicherung müssten damit rechnen, auf andere Stellen versetzt zu werden. "Kein Mitarbeiter muss sich Sorgen machen, dass wir Arbeitsplätze abbauen wollen", versicherte von Bomhard.

Trotz des Umbaus werde die Münchner Rück weiterhin auf die drei Säulen Erstversicherung, Rückversicherung und integrierte Gesundheitsversorgung bauen. In der Rückversicherung gehe es vor allem um den Ausbau des Geschäfts in ausgewählten Geschäftssegmenten. Als Erstversicherer wolle der Konzern seinen Fokus auf das Wachstum im Ausland legen, vorwiegend im Süden und Osten Europas sowie in den großen Schwellenländern Asiens.

Kyrill kann gute Bilanz nicht zerstören

Seine Pläne sind die Reaktion auf die unterdurchschnittliche Entwicklung des Aktienkurses des Rückversicherers. Die Münchener Rück  wird immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt, mehrere Analysten kritisieren die Aufstellung und fordern einen Verkauf der Erstversicherungstochter Ergo . Diesen Schritt lehnt der Vorstand aber ab. Vielmehr soll das Auslandsgeschäft der Ergo ausgebaut werden.

Nach einem Rekordgewinn von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bekräftigte von Bomhard seine Ziele für 2007: Der Nettogewinn soll zwischen 2,8 und 3,2 Milliarden Euro liegen und die Rendite auf das Risikokapital 15 Prozent erreichen. Das erste Vierteljahr sei - abgesehen vom Wintersturm "Kyrill", der die Münchener Rück 600 Millionen Euro kostet - ein gutes Quartal gewesen. Immobilienverkäufe hätten die Sturmschäden teilweise ausgeglichen, hieß es. Genaue Zahlen soll es am 4. Mai geben.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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