Rangliste Die wertvollste Marke der Welt

Google hat den teuersten Markennamen der Welt. Mehr als 66 Milliarden Dollar ist der Schriftzug des Onlinekonzerns mittlerweile wert, schätzen Experten. Das ist viel mehr, als deutlich größere Unternehmen mit ihren Marken schaffen. Deutschlands beste sicherten sich zusammen den Europameistertitel.
Von Karsten Stumm

Hamburg - Rasanter konnte der Aufstieg der Internetfirma Google  kaum verlaufen. Vor nicht einmal zehn Jahren wussten nur wenige Internetfans mit dem Namen des Unternehmens etwas anzufangen, jetzt ist die Firmenmarke des Suchmaschinenanbieters angeblich bereits die wertvollste der Welt.

Die amerikanische Marktforschungsgruppe Millward Brown kommt nach etwa einer Million Gesprächen mit Verbrauchern und der Auswertung einer Reihe firmenbezogener Finanzdaten zu dem Schluss, dass die Marke Google derzeit einen Wert von 66,4 Milliarden Dollar hat - und damit viel wertvoller sei, als die Schriftzüge ungleich größerer Gesellschaften, wie beispielsweise von Siemens , Wal-Mart  oder des Bankriesen HSBC .

Googles Markenwert sei binnen eines einzigen Jahres um 77 Prozent gestiegen. Das war genug, um innerhalb der Weltrangliste einen Sprung um sechs Plätze auf die Topposition hinzulegen.

Auf Google folgt nach Angaben der Marktforscher General Electric mit einem Markenwert von 61,9 Milliarden US-Dollar. Dahinter platzierten sie die Unternehmen Microsoft , Coca-Cola  und China Mobile , deren Namenszüge Millward Brown auf einen Wert von 54,9 Milliarden, 44,1 Milliarden und 41,2 Milliarden Dollar taxiert.

Unter dem Strich dominieren Amerikas Konzerne die Weltrangliste: Allein acht der zehn Gesellschaften mit den wertvollsten Unternehmensmarken stammen aus den Vereinigten Staaten (siehe: "Globale Elite: Die zehn wertvollsten Konzernmarken der Welt").

Ihnen näher rückten zuletzt vor allem jene Weltkonzerne wie zum Beispiel BP  oder Toyota , die in den vergangenen Monaten besonders sozial verantwortlich und ökologiebewusst gehandelt hätten. So sei beispielsweise BP das erste große Erdölunternehmen gewesen, das über seinen Slogan "Beyond Petroleum" den Klimawandel auf die Agenda gesetzt habe und anschließend zu einem der drei größten Solarenergielieferanten aufstieg.

Auch der Erfolg von Toyotas Hybridmodell Prius habe einen wesentlichen Beitrag zum positiven Image der Marke geleistet und mit dazu beigetragen, dass Toyota erneut den Automobilsektor anführt.

Europameister Deutschland

Europameister Deutschland

In dem können sich allerdings auch die wertvollsten deutschen Unternehmensmarken behaupten, die sich in der internationalen Rangliste erst ab Platz 14 wiederfinden: Nach Berechnungen der Millward-Brown-Forscher darf BMW  den nationalen Spitzenplatz mit einem Wert von 25,8 Milliarden Dollar für sich reklamieren, dahinter folgen SAP  und Mercedes, die im internationalen Vergleich aber nur noch die Plätze 27 und 29 belegen.

Einen Achtungserfolg verbuchen die bewerteten deutschen Unternehmen aber doch noch. Nach Meinung der amerikanischen Marktforscher sind die acht wertvollsten deutschen Unternehmensnamen zusammengerechnet 112 Milliarden Dollar wert. Damit ist die Bundesrepublik souveräner Europameister (siehe: "Nationale Elite: Die acht wertvollsten deutschen Konzernmarken").

Denn die acht bedeutendsten nationalen Unternehmensmarken des Zweitplatzierten des Alten Kontinents, Frankreich, müssen sich mit einem addierten Wert von 84 Milliarden Dollar zufriedengeben. Und innerhalb des weltweiten Top-100-Feldes schaffte SAP mit einer Verbesserung um 33 Ränge zudem den kräftigsten Sprung überhaupt nach vorn.

Grund für den Achtungserfolg der deutschen Unternehmen dürfte das steigende Markenbewusstsein der hiesigen Firmen sein. Nach Angaben der Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gaben die befragten deutschen Firmen im Schnitt an, 67 Prozent ihres Unternehmenswerts entfalle auf die Marke. Das ist deutlich mehr als bei der ersten Befragung im Jahr 1999. Damals hatten die eigenen Marken nach Einschätzung der Firmenlenker zusammengenommen 56 Prozent des Unternehmenswerts ausgemacht.

Allerdings blieben auch bei der Neuauflage der Untersuchung viele Fragebögen einfach unbeantwortet. Nicht wenige Gesellschaften haben auch heute noch schlicht keine Ahnung, wie wertvoll ihre Produkt- und Firmennamen für den eigenen Geschäftserfolg sind. Vielleicht aber sind die Manager bald gezwungen, genauer nachrechnen zu lassen. Zumindest international ausgerichtete Unternehmen müssten aufgrund der modernen IFRS-Bilanzierungsvorschriften mehr und mehr den Wert ihrer Marken ermitteln lassen, glauben die PwC-Experten.

In der aktuellen Topmarken-Weltrangliste sind deshalb allerdings noch keine neuen deutschen Unternehmen auf den ersten 100 Rängen aufgetaucht. Die meisten Neueinsteiger kommen dagegen aus China: Mit der Industrial and Commercial Bank of China (Platz 33), der Bank of China und der China Construction Bank schafften gleich drei Geldinstitute den Sprung unter die weltweit bedeutendsten Markenunternehmen.

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