Chrysler US-Gewerkschaft gegen Verkauf

Daimlers Verkaufspläne für die US-Tochter Chrysler stehen vor einer neuen Hürde. Die Autogewerkschaft UAW, die sich bereits gegen eine Übergabe an Finanzinvestoren ausgesprochen hat, stellt sich nun komplett gegen einen Verkauf.

Auburn Hills - Die US-Autogewerkschaft UAW ist gegen einen Verkauf des angeschlagenen Autobauers Chrysler. Vieles spreche für einen Verbleib von Chrysler bei der Mutter DaimlerChrysler , sagte UAW-Chef Ron Gettelfinger am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Auburn Hills.

"Ich denke, es macht Sinn, gerade jetzt an Chrysler festzuhalten, da sich durchaus Synergien ergeben", sagte der Gewerkschaftsboss. Diesen Standpunkt werde er auch im Aufsichtsrat von DaimlerChrysler vertreten. Schließlich habe es auch Zeiten gegeben, in denen Chrysler gut dagestanden habe.

Gettelfinger hatte sich in der Vergangenheit bereits gegen einen Verkauf von Chrysler an Finanzinvestoren ausgesprochen. Die Gewerkschaften befürchten im Falle einer solchen Übernahme harte Einschnitte zu Lasten der Arbeitnehmer.

Die DaimlerChrysler-Aktie verlor am Donnerstagmorgen nach Bekanntwerden von Gettelfingers Aussagen 1,9 Prozent auf 59,42 Euro. "Langsam häufen sich die Stimmen gegen einen Verkauf, auf den der Markt aber ganz klar gesetzt hatte. Somit besteht hier einiges Enttäuschungspotenzial", sagte ein Börsianer.

Nach Zeitungsinformationen wird in Kürze eine zweite Gebotsrunde erwartet. Innerhalb einer Woche dürften die Interessenten ihre neuen Angebote für Chrysler vorlegen, wie das "Wall Street Journal" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen berichtet. Anschließend werde DaimlerChrysler den Kreis der Interessenten auf zwei beschränken und bis Anfang Mai den bevorzugten Kandidaten auswählen, hieß es weiter.

Erste Gebote erhielt der Konzern den Angaben zufolge bis Ende März. Alle sahen vor, dass die US-Automobilgewerkschaft UAW an Chrysler beteiligt werde. Auf diese Weise sollten die Arbeitnehmervertreter in die Suche nach einer Lösung für die drückenden Sozialleistungen des US-Autoherstellers eingebunden werden. Zu den Bietern gehören der Zeitung zufolge unter anderem die Finanzinvestoren Cerberus Capital Management, Blackstone Group und Centerbridge Capital Partners sowie der kanadische Automobilzulieferer Magna International .

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ddp

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