DaimlerChrysler Zahlt Zetsche beim Chrysler-Verkauf drauf?

Der Verkauf könnte im Mai über die Bühne gehen, doch Daimler droht auf den Gesundheitskosten von Chrysler sitzen zu bleiben. Nach Informationen von manager magazin will bislang kein Interessent diese Belastungen übernehmen. Den Deutschen, die eine Minderheit an der US-Sparte behalten wollen, droht ein Minusgeschäft.

Hamburg - Der Verkauf der US-Tochter Chrysler könnte sich für den Autokonzern DaimlerChrysler  als Verlustgeschäft erweisen. Bislang sei keiner der Interessenten bereit, einen positiven Kaufpreis zu bezahlen. Die berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (20. April) am Kiosk erhältlich ist.

Die Bieter hätten zwar Milliardensummen offeriert, sie wollten jedoch die Milliardenlasten aus Gesundheitsversorgung und Lebensversicherungen der Chrysler-Mitarbeiter nicht übernehmen. Diese ungedeckten Zukunftskosten belaufen sich auf rund 14 Milliarden Dollar. Müsste Daimler dieses Loch stopfen, erwiese sich der Milliardenzufluss schnell als Verlustgeschäft.

Über einen Chrysler-Kauf verhandeln drei Bieterkonsortien, die sich um den kanadischen Autozulieferer Magna sowie die Finanzinvestoren Cerberus und Blackstone gebildet haben. Auch der amerikanische Milliardär Kirk Kerkorian hatte ein Gebot abgegeben, gilt aber als klarer Außenseiter.

Die Bieter misstrauten den Prognosen für Chrysler, heißt es nach Informationen von manager magazin in Konzernkreisen. Der Geschäftsplan für den Autohersteller sei der Knackpunkt der Verhandlungen. DaimlerChrysler hatte angekündigt, die angeschlagene Tochter werde 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Bieter beurteilen die langfristigen Aussichten aber offenbar weniger optimistisch.

Dennoch wird Konzernchef Dieter Zetsche den Verkaufsprozess kaum mehr stoppen. Zetsche will durchsetzen, dass Daimler einen Minderheitsanteil an Chrysler behält.

Trotz der Differenzen hinsichtlich des Preises erwartet sein Team einen schnellen Abschluss. Es sei gut möglich, dass der Verkauf im Mai perfekt gemacht werde, berichten Mitglieder der Konzernspitze.

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