VDMA Maschinenbau überholt Japan

Deutsche Maschinen sind weltweit gefragt. Der Branche berschert dies das vierte Rekordjahr in Folge und erstmals Platz zwei vor Japan. China ist zweitgrößter Absatzmarkt, das birgt auch Probleme. Nirgendwo anders auf der Welt werde mehr kopiert, beklagen deutsche Unternehmen.

Hannover - Die deutsche Maschinen- und Anlagenbaubranche könnte 2007 stärker wachsen als bisher angenommen. Das deutete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag auf der Hannover Messe an. "Unsere Prognose von 4 Prozent ist nicht in Stein gemeißelt. Es kann auch mehr werden", sagte VDMA-Chef Dieter Brucklacher. Bisher geht der Verband im laufenden Jahr von 4 Prozent Produktionswachstum aus.

Bei den Auftragseingängen verzeichne die Branche nach wie vor zweistellige Zuwachsraten im In- und Ausland. "Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steuert 2007 das vierte Rekordjahr an", sagte Brucklacher. Aufgrund der guten Auftragslage und der hohen Auslastung der Unternehmen hoffe er, dass sich dieser positive Trend auch 2008 fortsetzen werde.

Mit einem Produktionsvolumen von 180 Milliarden Euro habe der deutsche Maschinenbau im vergangenen erstmals Platz zwei im Vergleich der weltgrößten Produzenten eingenommen. Japan mit 174 Milliarden Euro sei auf Platz drei verwiesen worden. Die USA liegen mit 271 Milliarden Euro auf Platz eins.

Die Exporte der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer seien 2006 um 15 Prozent gestiegen. Größter Einzelmarkt sei hierbei weiter die USA, China wurde erstmals zweitgrößter Absatzmarkt für deutsche Maschinen und Anlagen. Trotz des guten Auslandsgeschäfts gebe es keinen Trend zur Produktionsverlagerung ins Ausland. "Auslandsengagement dient gegenwärtig primär dem Service und dem Vertrieb", so Brucklacher.

Mit Zuwachsraten wie in den vergangenen Jahren rechnet der Verband aber nicht. "Die Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren schon fast 20 Prozent zugelegt. Viele Unternehmen arbeiten jetzt fast an der Grenze", sagte VDMA-Chefvolkswirt, Ralph Wiechers. "Dort noch etwas draufzulegen, wird immer schwieriger."

Gefahr durch Plagiate aus China

Als Gefahr sieht der VDMA aber die Zunahme von illegalen Nachbauten deutscher Maschinen und Anlagen vor allem durch chinesische Hersteller. Die Produktpiraterie habe in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, wobei zunehmend auch komplette Maschinen und nicht nur Komponenten kopiert würden. Dies war das Ergebnis einer Umfrage des VMDA unter seinen Mitgliedsunternehmen.

Der Umfrage des Verbandes zufolge sind 60 Prozent der Unternehmen von Komplettnachbauten ihrer Produkte betroffen. 75 Prozent der Betroffenen gaben China als Ursprungsland der Nachbauten an. 78 Prozent sähen dadurch langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit bedroht, so Brucklacher. An der Umfrage hatten sich 226 der vom Verband angeschriebenen 1203 Unternehmen beteiligt.

Um dem Trend zur zunehmenden Produktpiraterie entgegenzuwirken, startete der Verband auf der Hannover Messe eine Kampage "Pro Original". Der VDMA werde diese Kampagne nun gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen in den wichtigsten Kundenländern weltweit präsentieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ddp