Konjunktur Industrie dominiert nicht mehr

Die deutsche Industrie ist noch immer eine Stütze der heimischen Wirtschaft, doch ihre Bedeutung schrumpft, so das Statistische Bundesamt.

Wiesbaden - Die Industrie erwirtschaftet fast ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Die Bruttowertschöpfung betrug 2006 rund 490 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit betrug der Anteil der Industrie an der gesamtwirtschaftlichen Leistung 24 Prozent. 1970 waren es noch 37 Prozent.

Derzeit ist die Industrie eine der Stützen des Aufschwungs. Von 1970 bis 2006 entwickelte sich dieser Sektor allerdings verglichen mit der Gesamtwirtschaft unterdurchschnittlich. So kletterte die preisbereinigte Bruttowertschöpfung jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent, während sie gesamtwirtschaftlich um 2,2 Prozent zulegte.

Bei der Produktivität und den Lohnkosten gab es höhere Zuwächse als in der gesamten Wirtschaft, während die Lohnstückkosten langsamer stiegen. In der Gesamtwirtschaft sanken die Lohnstückkosten in den vergangenen drei Jahren, in der Industrie sogar seit vier Jahren. Dies hatte mit dazu beigetragen, dass die Industrie im internationalen Vergleich ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern konnte.

Die 23 Industriebranchen beschäftigten derzeit rund 7,4 Millionen Mitarbeiter. Das entspricht einem Anteil von 19 Prozent an den Erwerbstätigen. Die Beschäftigten erhielten 315 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern. Damit entfielen 28 Prozent des Arbeitnehmerentgeltes in Deutschland auf Mitarbeiter der Industrie.

manager-magazin.de mit Material von reuters