Strompreise RWE droht der Regierung

Die Pläne der Bundesregierung, den Wettbewerb zu verstärken und die Strompreise zu senken, stoßen auf Widerstand der großen Stromkonzerne. RWE-Chef Harry Roels droht mit dem Wegfall von Investitionen.

München - Mit Blick auf Pläne der Bundesregierung zur Senkung der Strompreise hat RWE-Chef Harry Roels mit dem Wegfall von Investitionen in Deutschland gedroht. Die von der Bundesregierung geplante Verschärfung des Kartellrechts werde "die wettbewerbliche Preisbildung an der Strombörse außer Kraft setzen", sagte der Chef des zweitgrößten deutschen Stromversorgers der "Süddeutschen Zeitung".

Dies werde langfristig zu geringeren Investitionen in neue Kraftwerke führen. "Ich sage Ihnen klipp und klar, dass eine solche Kostenkontrolle dazu führen würde, dass den Kraftwerkbetreibern durch politisch gesenkte Preise Einnahmen entzogen werden, die für anstehende Investitionen in neue Kraftwerke erforderlich sind", sagte Roels.

Mit der von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betriebenen Kartellrechtsnovelle will die Bundesregierung sinkende Strompreise erreichen. Dem Plan zufolge soll das Bundeskartellamt den vier großen Energiekonzernen Eon , RWE , Vattenfall Europe  und EnBW  künftig leichter als bislang den Missbrauch von Marktmacht unterstellen können.

Fordern die Unternehmen zu hohe Preise etwa für ihren Strom, könnte das Kartellamt sie theoretisch zur Senkung der Preise zwingen. Es soll auch Einblick in die Preiskalkulation verlangen können. Die Pläne könnten bereits Ende April vom Kabinett beschlossen werden.

manager-magazin.de mit reuters und ap