Kfz-Zulassungen Keine Lust auf Auto

Die Europäer haben keine Lust auf das Auto. Diesen Schluss legen zumindest die aktuellen Zulassungszahlen nah. Doch es gibt auch Gewinner - wie zum Beispiel Fiat.

Frankfurt am Main - Die Erholung auf Europas Automarkt lässt auch im März auf sich warten. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ging in den 25 größten EU-Ländern und den drei Efta-Staaten Norwegen, Island und Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent zurück.

Insgesamt seien 1,822 Millionen Fahrzeuge verkauft worden, teilte die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) am Freitag in Brüssel mit. In den 15 westeuropäischen EU-Staaten und den Efta-Ländern sei die Zahl der neu angemeldeten Autos um ein Prozent auf 1,721 Millionen Fahrzeuge gesunken. In Deutschland brachen die Neuzulassungen um 6,6 Prozent auf knapp 335.000 Autos ein.

Tatsöchlich zeigt sich Europa zwiegespalten: Der Absatz in Westeuropa sank sowohl im März als auch im ersten Quartal um ein Prozent, während die Neuzulassungen in den neuen EU-Ländern in beiden Zeiträumen um 14 Prozent zulegten. Ohne das vom Mehrwertsteuereffekt beeinträchtigte deutsche Absatzminus von zehn Prozent hätte Westeuropa dagegen ein leichtes Plus bei den Zulassungen im ersten Quartal erzielt, hieß es. In der gesamten EU blieben die Verkäufe im ersten Quartal 2007 mit 4,2 Millionen Pkw um 0,2 Prozent unter Vorjahr.

Zu den Gewinnern der Situation zählt Fiat , jener italienische Konzern, dem in der Vergangenheit immer wieder der Konkurs vorhergesagt wurde. Das Haus setzte im März 2007 6,3 Prozent mehr Fahrzeuge ab als im gleichen Monat des Vorjahres, immerhin 136.171. Auf der Verliererseite steht dagegen Renault , die 9,4 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen konnten. Absolut gesehen verkaufte das französischen Unternehmen 146.520 Autos.

Auch bei den deutschen Unternehmen gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den ersteren gehört Volkswagen , die ein Zulassungsplus von 2,2 Prozent verbuchen konnten und 341.755 Fahrzeuge im März verkauften. DaimlerChrysler  und BMW  dagegen verloren 6,3 beziehungsweise 5,4 Prozent (98.720 sowie 90.593 Autos). Da ist es bezeichnend, dass viele Autoproduzenten inzwischen auch Fahrräder herstellen.

Export brummt

Export brummt

Allerdings hat Deutschland im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Autos im Ausland verkauft wie eingeführt. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, stieg die Zahl der Exporte im Vorjahresvergleich um rund vier Prozent auf 4,2 Millionen Fahrzeuge.

Hauptabnehmer für deutsche Autos waren die USA, Großbritannien und Italien. Allein in diese drei Länder wurden 2006 1,7 Millionen Personenwagen im Wert von mehr als 37 Milliarden Euro verkauft.

Die Importe erhöhten sich um 8,8 Prozent auf 2,2 Millionen Wagen. Während der Wert der Pkw-Exporte um 7,4 Prozent auf 81 Milliarden Euro stieg, erhöhte er sich bei den Importen um 11,4 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro.

Größtes Herkunftsland bei den Importen war Frankreich (340.000) vor Japan (224.000) und Spanien (208.000). Von den ins Ausland verkauften Wagen hatten 2,7 Millionen Benzinmotoren und 1,5 Millionen Dieselmotoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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