Endesa Widerstand gegen Zerschlagung

Endesa will sich offenbar gegen seine Zerschlagung wehren. Medienberichten zufolge erwägt Präsident Manuel Pizarro, eine entsprechende Vereinbarung von Enel, Acciona und Eon vor Gericht als illegal anzuzeigen. Die geplante Kaufofferte von Acciona und Enel will er angeblich erst einmal stoppen lassen.

Frankfurt am Main - Der spanische Versorger Endesa  will sich offenbar gegen seine Zerschlagung stemmen. Präsident Manuel Pizarro überlege, eine entsprechende Vereinbarung von Enel , Acciona  und Eon  vor Gericht als illegal anzuzeigen sowie die geplante gemeinsame Kaufofferte von Acciona und Enel gerichtlich vorsorglich stoppen zu lassen, berichtete die "Börsen-Zeitung" am Mittwoch. Die drei Unternehmen hatten in der vergangenen Woche eine Aufteilung von Endesa vereinbart. Zuvor hatten auch verschieden spanische Medien über derartige Pläne Pizarros berichtet.

Pizarro warte noch ab, bis der bisherige Chef der spanischen Börsenaufsicht CNMV, Manuel Conthe, vor dem Parlament die Gründe für seinen Rücktritt offen gelegt habe, schreibt die Börsenzeitung weiter. Dieser soll im Zusammenhang mit dem Machtkampf um Endesa stehen.

Enel und Acciona wollen Finanzkreisen zufolge ihre Offerte von mehr als 43,5 Milliarden Euro in Kürze vorlegen. Wie Enel am Dienstagabend mitteilte, will der Konzern 41 Euro je Aktie plus die Zinsen zahlen, die sich seit dem 26. März angehäuft haben. Abgezogen werden soll die Dividenden, die Endesa bis Ablauf der Angebotsfrist zahlen könnte.

Das Übernahmeangebot von Eon war nur auf geringe Resonanz gestoßen, so dass nun die Vereinbarung mit Acciona und Enel in Kraft treten kann. Diese sieht eine teilweise Zerschlagung von Endesa vor. So soll Eon Aktivitäten des Konzerns in Italien und Frankreich erhalten und den spanischen Anbieter Viesgo übernehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters