Mittwoch, 20. November 2019

Mayfair/Puma "Eine seltene Chance"

Ursprünglich wollte Mayfair, Vermögensverwaltung von Daniela und Günter Herz, Puma mit Netzwerk- und Branchenwissen unterstützen. Nun aber verkaufen die Tchibo-Erben ihre Aktien mit einer halben Milliarde Euro Gewinn. Gegenüber manager-magazin.de nennt Puma-Aufsichtsrat und Mayfair-Chef Rainer Kutzner den Grund.

Hamburg - Aus einem nicht unwichtigen Blickwinkel haben sich die hanseatischen Puma-Großaktionäre offenbar nur schweren Herzens von ihrem Aktienviertel an der Sport- und Modemarke getrennt. Die "Phase IV" genannte Wachstumsstrategie war erfolgreich angelaufen, aus unternehmerischer Sicht entwickelte sich der Konzern nach Plan.

Insofern entstand der Deal ohne Not, den die Geschwister Daniela und Günter Herz mit François-Henri Pinault, Chef des französischen Luxusmarkenkonzerns Pinault-Printemps-Redoute Börsen-Chart zeigen (PPR), einfädelten. Zumal die beiden Erben aus Hamburg 2003 mit einer Abfindung von vier Milliarden Euro aus der Tchibo-Holding ausgestiegen waren. Das Puma-Investment über ihre Vermögensverwaltung Mayfair bündelte nur ein Fünftel ihres Reichtums und dürfte kaum für schlaflose Nächte gesorgt haben.

"Es ist richtig, dass wir ursprünglich eingestiegen sind, weil wir unser Know-how in der Konsumgüterbranche einbringen und die Entwicklung von Puma Börsen-Chart zeigen unterstützen konnten", sagte Mayfair-Geschäftsführer Rainer Kutzner gegenüber manager-magazin.de. Auf der anderen Seite sei PPR aber "ein Idealpartner für Puma", fügte er an: "Eine Chance, wie sie sich für Puma durch PPR geboten hat, gibt es nicht alle Tage. Beide Konzerne werden vom Zusammengehen stark profitieren."

Modekonzern Puma: Das Investment bündelte nur ein Fünftel des Reichtums der Tchibo-Erben Daniela und Günter Herz
Marken-Know-how, Vertriebsstärke, Sortiment und andere Themen passten bei Puma und PPR so gut zueinander, dass nicht zuletzt auch Vorstandschef Jochen Zeitz die freundliche Übernahme befürwortet habe.

Mayfair verfügt durch den Verkauf seiner Puma-Aktien für rund 1,35 Milliarden Euro nun "neben einigen kleineren Investments" (Kutzner) nur noch über eine nennenswerte Beteiligung: Seit knapp vier Monaten gehört Mayfair der Schiffsprüfkonzern Germanischer Lloyd (zu 98 Prozent), der für einen kolportierten Preis von rund 600 Millionen Euro erworben wurde.

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