Doha-Treffen Werben für ein Gas-Kartell

Die Gas exportierenden Staaten rücken näher zusammen. Zu Beginn ihres Treffens in Doha sprachen die Vertreter von 14 Staaten am Montag auch über die Gründung eines Gas-Kartells nach dem Vorbild der Opec. Die Staaten Katar, Iran und Venezuela befürworten die Idee.

Doha - Der iranische Ölminister Kasem Hamaneh erklärte am Rande des Treffens in der Hauptstadt Doha: "Wir haben von den Ministern gehört, dass eine Entwicklung in diese Richtung erwünscht ist, aber wir wissen noch nicht, wie viel Zeit diese in Anspruch nehmen wird." An die Adresse der europäischen Gasimporteure sagte er, diese sollten sich durch das Zusammenrücken der Gas exportierenden Nationen nicht bedroht fühlen.

"Die wachsende Bedeutung des Erdgases auf weltweiter Ebene (...) erfordert Anstrengungen, die Zusammenarbeit und Abstimmung der Exportländer zu verbessern", sagte der katarische Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassem el Thani am Montag zu Beginn des Forums. Es sei sowohl im Interesse der Produzenten als auch der Abnehmer, den Gas-Markt zu stabilisieren und faire Bedingungen zu garantieren, die allen nützten. Die Gas exportierenden Staaten sollten besonders den Technologietransfer untereinander fördern.

Mehrere Gas produzierende Staaten, darunter auch Ägypten, hatten sich vor Beginn des Treffens in Doha gegen die Gründung einer "Gas-Opec" ausgesprochen. Experten hatten erklärt, das Prinzip der Preisabsprachen nach dem Vorbild der der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sei wegen der aufwendigeren technischen Voraussetzungen und der längerfristigen Verträge nicht auf das Gas-Geschäft übertragbar.

Auch Iran und Venezuela für ein Gas-Kartell

Die Bildung eines Gaskartells hatte im August erste Formen angenommen, als die großen Gas-Lieferanten Russland und Algerien einen Kooperationsvertrag schlossen. Im Februar hatte der russische Präsident Wladimir Putin, dessen Land rund 30 Prozent der bekannten Gasvorräte besitzt, die Kartellidee als "interessant" bezeichnet.

Europäische Experten und Politiker sehen die vor allem vom Iran und von Venezuela vorangetriebenen Bestrebungen der Gas exportierenden Staaten nach engerer Kooperation mit Sorge. Sie befürchten, dass diese Pläne, die mit Einschränkungen auch von Russland und Algerien begrüßt worden sind, die Marktmacht der Produzenten stärken und zu Preissteigerungen führen könnten.

"Wir sind hier um eine Gas-Opec zu unterstützen. Das ist eine wirklich gute Idee", sagte Venezuelas Energieminister Rafael Ramirez. Sein iranischer Kollege Kasim Wasiri Hamaneh sagte, ein Kartell werde das Erdgas-Forum stärken.

Das Erdgas-Forum wurde 2001 als informelle Austauschinstanz von 15 Erdgas-Ländern gegründet. Das diesjährige Forum ist erst das sechste Treffen. Katar hofft mit seinen reichen Erdgasvorkommen der weltweit bedeutendste Lieferant von Flüssigerdgas zu werden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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