Lufthansa Iberia und Alitalia wären "ideale Partner"

Die Lufthansa hält sich im Übernahmepoker um Iberia und Alitalia weiter im Gespräch. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bezeichnete die beiden Fluggesellschaften als "ideale Partner". Doch drei weitere Interessenten sehen das anders.

Frankfurt am Main - Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bekräftigte am Osterwochenende in Zeitungsinterviews sein grundsätzliches Interesse an den beiden südeuropäischen Fluglinien Iberia und Alitalia . Zugleich machte er allerdings deutlich, dass sein Unternehmen keinen übertriebenen Kaufpreis zahlen würde.

Im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bezeichnete Mayrhuber Iberia und Alitalia als "ideale Partner". "Beide Fluglinien passen zu uns, aber die Bedingungen müssen auch stimmen", sagte er der österreichischen Tageszeitung "Der Standard". "Man darf sich keinen Mühlstein umhängen, der einen in eine finanzielle Schieflage bringen kann."

Mayrhuber fürchtet, dass der Kursanstieg der Iberia-Aktie aufgrund der jüngsten Übernahmespekulationen zu überhöhten Preisforderungen führe. Als hinderlich strich er zudem heraus, dass die spanische Fluggesellschaft zu der mit Lufthansa  konkurrierenden Luftfahrtallianz Oneworld gehört und Rivale British Airways  bereits mit knapp zehn Prozent an Iberia beteiligt ist.

Mayrhuber hatte zuletzt betont, dass die Lufthansa im Konzentrationsprozess der Luftfahrtbranche eine aktive Rolle spielen werde und dafür auch die erforderlichen finanziellen Kapazitäten habe. Dass es konkrete Überlegungen zur Übernahme von Iberia, Alitalia oder Austrian Airlines (AUA) gebe, hatte er jedoch dementiert. Angesprochen auf ein Interesse an der österreichischen AUA bekräftigte Mayrhuber im Interview: "Im Moment steht da nichts an, da gehören immer zwei dazu."

Texas Pacific Group buhlt mit

Ein Zusammenschluss zwischen Lufthansa und Iberia brächte Branchenexperten zufolge große strategische Vorteile. Während die Deutschen im Langstreckengeschäft vor allem Richtung Nordamerika und Asien stark sind, dominieren die Spanier bei Flügen nach Mittel- und Südamerika.

Eine Schlüsselrolle im Rennen um Iberia und um Alitalia spielt der Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG). Dieser prüft nach früheren Angaben von Iberia eine Offerte, die die Fluglinie mit 3,4 Milliarden Euro bewerten würde. Zugleich buhlt TPG um die angeschlagene Alitalia, die sich zu knapp der Hälfte in Staatsbesitz befindet. Die Beteiligungsgesellschaft bietet zusammen mit dem Investor MatlinPatterson und der italienischen Bank Mediobanca . Eine gemeinsame Offerte eingereicht haben nach Regierungsangaben auch die russische Fluggesellschaft Aeroflot und die italienische Bank Unicredit . Dritter Interessent ist der kleine italienische Alitalia-Rivale Air One.

manager-magazin.de mit Material von reuters