Sozialversicherung Rekordüberschuss

Dank guter Konjunktur und abnehmender Arbeitslosigkeit melden die Sozialkassen einen Überschuss von 20,5 Milliarden Euro für 2006. Seit 1990 war das Finanzpolster nicht mehr so groß. Allerdings verzerrt die veränderte Fälligkeit der Beiträge die Statistik.

Wiesbaden - Die gesetzliche Sozialversicherung hat im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss erzielt. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Einnahmen der Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung um 20,5 Milliarden Euro über den Ausgaben. 2005 hatten sie noch mit einem Defizit von 3,3 Milliarden Euro abgeschlossen.

Die Statistiker begründeten das positive Ergebnis mit der Wirtschaftsentwicklung und der Vorverlegung des Fälligkeitszeitpunktes für die Beitragszahlung, die sich 2006 praktisch als 13. Beitrag auswirkte. Die 20,5 Milliarden Euro sind der höchste Wert seit 1990. Ein Plus gab es zuletzt 2004 mit 2,1 Milliarden Euro. Die drei Jahre davor hatten die Sozialkassen Verluste von zusammen 15,7 Milliarden Euro verbucht.

Zum Überschuss 2006 steuerte allein die Bundesagentur für Arbeit - die erstmals seit 1985 wieder schwarze Zahlen schrieb - 11,2 Milliarden Euro bei. Die Rentenversicherer hielten ihre Ausgaben nahezu konstant (plus 0,1 Prozent auf 232,9 Milliarden Euro), während sie ihre Einnahmen 2006 um 5,1 Prozent auf 240,2 Milliarden Euro steigerten. Aus einem Defizit von 4,3 Milliarden Euro (2005) wurde damit ein Überschuss von 7,3 Milliarden Euro. Die Pflegeversicherung wandelte ihr Defizit von 0,4 Milliarden Euro in ein Plus von 0,5 Milliarden Euro um.

Die gesetzlichen Krankenkassen erhöhten ihren Überschuss von 1,5 auf 1,7 Milliarden Euro, die Einnahmen (plus 3,4 Prozent auf 149,8 Milliarden Euro) stiegen schneller als die Ausgaben (plus 3,2 Prozent auf 148,2 Milliarden Euro). Den im Vergleich der Sozialversicherungszweige niedrigen Anstieg der Einnahmen erklären die Statistiker mit unterschiedlichen Rechnungsweisen. Die Vorverlegung des Zahlungstermins habe deshalb bei den Krankenkassen nicht zu Buche geschlagen.

manager-magazin.de mit Material von dpa