WestLB Verzockt

Die WestLB hat sich an der Börse verspekuliert. Profis des Geldhauses, die auf eigene Rechnung der Bank gearbeitet haben, sind offenbar mit Aktiengeschäften in Millionenhöhe gescheitert. Jetzt hat die WestLB Konsequenzen gezogen: Die Düsseldorfer Bank hat die Händler anscheinend entlassen.

Düsseldorf - Das ging daneben: Die WestLB hat durch Fehlspekulationen im Aktienhandel offenbar eine Menge Geld verloren. "Es hat Regelverstöße im Eigenhandel der Bank gegeben. Darauf hat die WestLB prompt und konsequent reagiert. In diesem Zusammenhang haben wir auch personelle Maßnahmen ergriffen", sagte WestLB-Vorstand Werner Taiber, der auch für den Eigenhandel des Düsseldorfer Geldhauses zuständig ist.

Die Bank habe in diesem Zusammenhang bereits zwei Händler entlassen, die für den Eigenhandel des Institutes zuständig gewesen seien, berichteten Finanzkreise.

Zur genauen Schadenshöhe machte die Bank ebenfalls keine Angaben. Ein WestLB-Sprecher betonte lediglich, der Verlust sei begrenzt. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" soll er sich aber auf 100 Millionen Euro belaufen.

Die Wirtschaftszeitung gibt an, dass die Verluste durch Geschäfte mit Stamm- und Vorzugsaktien des Autokonzerns Volkswagen  verursacht worden wären. Die WestLB-Händler hätten darauf spekuliert, dass die Kursdifferenz zwischen den beiden Aktiengattungen sinke. Die Wette sei jedoch nicht aufgegangen, weil der Autohersteller Porsche  vor eineinhalb Wochen unerwartet seinen Anteil an den Volkswagen-Stammaktien auf mehr als 30 Prozent aufgestockt habe und sich die Preisdifferenz infolge dessen sogar noch deutlich erhöht habe.

Erst 2003 hatten spekulative Finanzengagements vor allem in Großbritannien die Bank in eine tiefe Krise geführt. Allerdings war der Schaden damals mit rund 1,7 Milliarden Euro entsprechend groß. Die WestLB hatte daraufhin für den Eigenhandel und auch für andere Geschäftsfelder ein neues Risikomanagement eingeführt. In dem neuen Fall wurden aber offenbar genau gegen diese neuen Risikomanagement-Regeln verstoßen.

Zudem wurde damals der Vorstand ausgewechselt und die Bank neu ausgerichtet. Heute soll der Eigenhandel, auf den früher einmal 20 Prozent der Bankgeschäfte entfielen, nur noch rund 5 Prozent ausmachen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters