Autozulieferer Schuler übernimmt Müller Weingarten

Der Pressenhersteller Schuler übernimmt Müller Weingarten. Im ersten Schritt habe Schuler von der Metzler Beteiligungsgesellschaft 64,49 Prozent der Aktien des Wettbewerbers übernommen. Durch den Zusammenschluss gehen in den kommenden drei Jahren bis zu 450 Arbeitsplätze verloren.

Stuttgart - Der weltgrößte Pressenhersteller für die Automobilindustrie Schuler in Göppingen übernimmt den angeschlagenen Konkurrenten Müller Weingarten. Mit dem Zusammenschluss werde der weltweit führende Anbieter von Umformtechnologie für die Metallverarbeitung mit einem Weltmarktanteil von rund 35 Prozent und einem Umsatz von 900 Millionen Euro entstehen, sagte Schuler-Chef Jürgen Tonn.

Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Schuler Weingarten AG firmieren und seinen Sitz in Göppingen haben. Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Baden- Württemberg.

In einem ersten Schritt habe Schuler 64,49 Prozent der Aktien der Müller Weingarten AG mit Sitz in Weingarten von der Metzler Beteiligungsgesellschaft übernommen, erklärte Tonn. Die vollständige Übernahme ist bis zum Jahresende vorgesehen. Den Aktionären von Müller Weingarten soll dafür ein Pflichtangebot zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis gemacht werden.

Der Preis für das Aktienpaket belief sich nach Angaben von Schuler-Finanzvorstand Wolfgang Baur auf 25 Millionen Euro. Inklusive der restlichen Anteile werde sich der Gesamtpreis auf rund 75 Millionen Euro belaufen. Durch den Zusammenschluss sollen in den kommenden drei Jahren bis zu 450 Arbeitsplätze abgebaut werden. Den Restrukturierungsaufwand für den Zusammenschluss bezifferte Schuler-Chef Tonn auf bis zu 45 Millionen Euro. Aus diesem Grund sei mit einem negativen Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr zu rechnen.

An welchen Standorten die Mitarbeiter abgebaut werden sollen, ist nach Angaben von Tonn und dem Vorstandsvorsitzenden von Müller Weingarten, Rolf Zimmermann, noch unklar. Müller Weingarten hatte im Zuge seiner Umstrukturierung wegen eines Millionenverlusts im Vorjahr jüngst erst die Streichung von 189 Arbeitsplätzen in Deutschland mitgeteilt. Dass diese Zahl noch zu dem angekündigten Stellenabbau hinzukommt, wollten die beiden Manager nicht bestätigen.

Die baden-württembergischen Unternehmen haben seit mehreren Jahren geschäftliche Verbindungen. Im Jahr 2002 hatte Schuler unter anderem seine Finanzbeteiligung an den oberschwäbischen Pressenhersteller verkauft. Ein früherer Zusammenschluss der beiden Unternehmen scheiterte am Widerstand der Kartellbehörde.

Schuler machte im Jahr 2006 einen Umsatz von 563 Millionen Euro. Der Konzern beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter. Müller Weingarten peilte für 2006 einen Umsatz von 340 Millionen Euro an. An Mitarbeitern beschäftigte Müller Weingarten Im Juni 2006 rund 2300 Personen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.