Konjunktur Blick nach vorn

Der GfK-Index hat sich erstmals in diesem Jahr wieder verbessert. Steuerschock hin oder her, die Konsumenten scheinen sich beruhigt zu haben und blicken wieder optimistisch in die Zukunft. Besonders die Hoffnung auf höhere Gehälter lässt Deutschland wieder strahlen.

Berlin - Nach dem Dämpfer durch die höhere Mehrwertsteuer hat sich die Kauflaune der Deutschen nun erstmals in diesem Jahr wieder gebessert. Der monatlich ermittelte Indikator für das Konsumklima stieg für April auf 4,4 von revidiert 4,3 Punkten, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mitteilte. Verantwortlich für die bessere Stimmung sei die gestiegene Konsumneigung.

"Da der große Preisschock auf Grund der Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn dieses Jahres nicht eingetreten ist, scheint die Verunsicherung hinsichtlich möglicher Inflationsgefahren aus Sicht der Verbraucher gebannt zu sein", hieß es zu der Umfrage.

Wegen der besseren Lage auf dem Arbeitsmarkt schätzen die Konsumenten ihre künftige Finanzlage besonders zuversichtlich ein. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt ebenfalls mit einem leichten Anstieg des Konsumbarometers gerechnet. Das Vertrauen in einen spürbaren und nachhaltigen Aufschwung bleibe auch im März ungebrochen. Ihre Konjunkturzuversicht gab mit 53,1 nach 53,3 Punkten im Vormonat nur minimal nach.

Im Februar hatte sie den höchsten Stand seit August 2000 erreicht. Getragen wird die euphorische Konjunkturstimmung der GfK zufolge vor allem von der sehr guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Dies spiegelten auch die nach oben revidierten Wachstumsprognosen der Experten für das laufende Jahr wider.

Die Anschaffungsneigung stieg im März nach drei Monaten mit kräftigen Rückgängen auf minus 12,3 von minus 16 Punkten. Offenbar wirke sich die generell gute Stimmung auch auf die Konsumneigung aus, hieß es. Die Verunsicherung der Konsumenten wegen der höheren Mehrwertsteuer weiche schrittweise und die Konjunkturzuversicht gewinne die Oberhand.

Besonders kräftig zogen die Einkommenserwartungen an. Sie stiegen auf 15,9 von 2,9 Punkten und erreichten den höchsten Wert seit Oktober 2001. Die rosigen Beschäftigungsaussichten ließen die Verbraucher in den laufenden Tarifverhandlungen auf höhere Lohn- und Gehaltsabschlüsse hoffen als in den Vorjahren. Dann könnten die Arbeitnehmer die gestiegene Mehrwertsteuer, den Wegfall der Pendlerpauschale und des Sparerfreibetrages besser verkraften. Insgesamt bleibe es bei der GfK-Prognose, dass der private Konsum in diesem Jahr 0,5 Prozent zulege.

Der monatliche GfK-Konsumklimaindikator basiert auf rund 2000 Verbraucherbefragungen. Wesentliche Faktoren des Konsumklimas sind die Einkommenserwartung, die Anschaffungsneigung und die Konjunkturerwartung der Verbraucher.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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