Kampf um Endesa Eon prüft Klage

Der Energiekonzern Eon gibt die Übernahme des spanischen Versorgers Endesa nicht auf. Notfalls wollen die Düsseldorfer gegen die Mehrheitsaktionäre Enel und Acciona klagen. Kurz vor Ablauf des Eon-Angebots gibt die spanische Börsenaufsicht den Deutschen noch eine Gelegenheit, den Kaufpreis zu erhöhen.

Düsseldorf - Der Stromkonzern Eon  erwägt rechtliche Schritte gegen den italienischen Konkurrenten Enel  und den spanischen Baukonzern Acciona . "Wir prüfen eine Klage und haben unsere Kanzleien in Madrid und New York eingeschaltet", sagte Eon-Sprecher Josef Nelles am Sonntag.

Eon reagiert damit auf die jüngste Entwicklung im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa . Knapp eine Woche vor Ablauf des Übernahmeangebots von Eon für Endesa haben sich am Freitag die Ergebnisse überschlagen. Die beiden Großaktionäre des spanischen Stromversorgers - Enel und Acciona - bestätigten am Freitag überraschend fortgeschrittene Gespräche über ein gemeinsames Gegengebot für Endesa.

"Das Rennen in Spanien ist noch nicht gelaufen", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat dem SPIEGEL. Ob und wann das Gegenangebot von Enel und Acciona kommt, ist Bernotat zufolge fraglich. "Aber selbst, wenn es dazu käme, würden die Endesa-Aktionäre wegen langwieriger Sperrfristen und Kartellverfahren frühestens in einem Jahr Geld sehen", sagte der Eon-Chef. "Bei uns dagegen wissen sie, was sie bekommen - und zwar jetzt." Bernotat will sein Übernahmeangebot keinesfalls zurückziehen. "Bis zum Ende der Annahmefrist halten wir uns auf jeden Fall alle Optionen offen."

Die Eon-Offerte hat ein Volumen von 41 Milliarden Euro. Die spanische Börsenaufsicht gab Eon zudem überraschend bis Montag Zeit, eine letzte Aufstockung des Angebots zu beantragen. Die eigentlich am Donnerstag endende Annahmefrist würde dann bis zum 3. April verlängert.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx