Endesa-Pläne Eon würde klein beigeben

Eon baut in der Übernahmeschlacht um den spanischen Versorger Endesa einem Scheitern seiner Offerte vor. Bei der US-Börsenaufsicht SEC sicherte sich der Energieriese die Erlaubnis, nach Ablauf der Angebotsfrist notfalls weniger als die Hälfte der Anteile an Endesa erwerben zu können.

Düsseldorf - Der Energieriese Eon  hat jetzt auch offiziell mitgeteilt, sich möglicherweise mit einer Minderheitsbeteiligung an dem spanischen Versorger Endesa  zu begnügen. Falls die angestrebten 50,01 Prozent nicht erreicht werden, könnte die Bedingung fallen gelassen werde, hieß es in einem Dokument vom Donnerstag, das der spanischen Börsenaufsicht und auch der US-Börsenaufsicht SEC vorgelegt wurde.

Eon strebt nach Angaben einer Sprecherin aber weiterhin eine Mehrheit an dem spanischen Stromversorger Endesa an. Die Annahmefrist für die Offerte endet am 29. März. Einen Tag nach der Mitteilung der spanischen Börsenaufsicht über das erreichte Ergebnis, muss sich Eon entscheiden, ob das Unternehmen gegebenenfalls auf eine Mehrheit an dem spanischen Stromversorger verzichtet.

Der größte deutsche Energiekonzern bietet 38,75 Euro je Endesa-Aktien beziehungsweise 41 Milliarden Euro für das gesamte Unternehmen. Vorstandschef Wulf Bernotat hatte bereits vor wenigen Wochen angekündigt, dass sich Eon auch mit einer Minderheit begnügen und auf anderem Wege versuchen könnte, eine Mehrheit zu erreichen.

Die Übernahme von Endesa war für Eon vor wenigen Wochen durch den unerwarteten Einstieg des italienischen Stromkonzerns Enel  wieder unsicher geworden. Neben Enel, der inzwischen fast 25 Prozent der Aktien hält, besitzt der spanische Mischkonzern Acciona  noch ein Paket von 21 Prozent. Beide Unternehmen stehen den Übernahmeplänen von Eon ablehnend gegenüber.

Presseberichten zufolge soll es bereits in den vergangenen Tagen Gespräche zwischen Eon und Acciona über ein mögliches Tauschgeschäft gegeben haben. Die beiden Unternehmen nahmen bisher keine Stellung dazu.

Die spanische Sparkasse Caja Madrid hat unterdessen für Montag eine Sitzung des Verwaltungsrates anberaumt. Bei dem Treffen solle entschieden werden, ob Caja Madrid ihre 10-Prozent-Beteiligung am Stromversorger Endesa an Eon verkauft oder nicht, teilte die Sparkasse mit. Das Ergebnis der Sitzung soll im Anschluss veröffentlicht werden. Caja Madrid ist bei dem Bieterkampf um den spanischen Versorger ein Schlüsselaktionär.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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