Airbus Russen bauen am A350XWB mit

EADS hat mit der neuen Moskauer Flugzeugbauholding eine Zusammenarbeit beim Bau des Airbus A350XWB vereinbart. Den russischen Flugzeugherstellern wird darin eine Beteiligung von 5 Prozent am Bau der Rumpfstruktur des Langstreckenjets angeboten.

Paris - Der neue Airbus-Langstreckenjet A350XWB soll teilweise auch in Russland gebaut werden. Airbus bietet der russischen Industrie eine fünfprozentige Beteiligung an der Flugzeugkonstruktion an, teilte die Airbus-Mutter EADS  mit. "Die Verhandlungen darüber, welche Komponenten des Flugzeugs in Russland entwickelt und gefertigt werden, laufen noch", heißt es in einer Erklärung des Europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns.

Über die Produktionsanteile an dem künftigen Prestigeprojekt, das ab 2013 ausgeliefert werden soll, wurde in den vergangenen Wochen heftig zwischen Deutschland und Frankreich gestritten. Der Airbus-Umstrukturierungsplan Power 8 sieht vor, das überwiegend aus neuartigem Verbundmaterial gefertigte Flugzeug hauptsächlich in Toulouse bauen zu lassen.

EADS und die russische United Aircraft Corporation unterzeichneten neben dem Abkommen über eine Einbindung in das A350-Programm drei weitere Verträge. Diese sehen die Gründung eines Joint Ventures mit Sitz in Dresden vor, das Zentren für die Frachterumrüstung der Airbus A320-Familie in Luchowizy bei Moskau und in Dresden aufbauen soll.

Ferner ist eine gemeinsame Studie über den Markt für Transportflugzeuge sowie eine mögliche Zusammenarbeit von EADS und der russischen Industrie auf dem Sektor geplant.

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot verpflichtete sich am selben Tag zum Kauf von 22 Airbus A350. Damit stieg die Gesamtzahl der Bestellungen und Kaufverpflichtungen für das neue Langstreckenflugzeug auf 248, wie Airbus mitteilte. Außerdem will Aeroflot seine Flotte um zehn neue A330-200-Flugzeuge erweitern.

Die Kaufverpflichtung über 22 Maschinen vom Typ A350XWB ist eine gute Nachricht für den angeschlagenen europäischen Flugzeugbauer. In dem stark umkämpften Marktsegment hinkt Airbus seinem US-amerikanischen Erzrivalen Boeing  hinterher, der mit seinem neuen Langstreckenjet 787 "Dreamliner" einen Vorsprung von etwa fünf Jahren hat. Auch der 787 wird zu einem großen Teil aus Kunststoffen gebaut, wodurch die Maschinen leichter werden und weniger Sprit brauchen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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