Samstag, 19. Oktober 2019

Kühne + Nagel In der Hafencity verankert

2. Teil: Sonderwünsche werden erfüllt

Sonderwünsche werden erfüllt

Vom steuergünstigen Schindellegi bei Zürich aus führt Kühne ein riesiges Transport- und Logistikunternehmen. Weltweit arbeiten 46.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern. Die Angestellten in der Deutschland-Zentrale haben dabei in ihrem neuen Gebäude einen der Haupttransportwege immer vor Auge - nahezu jeder der 700 Arbeitsplätze verfügt über einen Blick auf das Wasser.

Pionier in der Hafencity: Konzernchef Kühne
Kuehne + Nagel
Pionier in der Hafencity:
Konzernchef Kühne
Als sich Kühne vor etwa fünf Jahren für den Bau entschied, existierte die Hafencity vorwiegend in Modellen. Das riesige Areal war von Kleingewerbe und Lagerschuppen geprägt. Die Straße "Großer Grasbrook", an der gebaut werden sollte, hieß damals noch "Kibbelsteg".

Stolz über die Entwicklung äußert sich daher auch Hamburgs Erster Bürgermeister: "Die Hafencity bewährt sich als Standort für große, international agierende Unternehmen", so Ole von Beust am Mittwoch vor 400 Gästen anlässlich der Eröffnung der Deutschland-Zentrale.

Für den Hamburger Senat ist die Hafencity ein Prestigeprojekt, das Vorrang vor allem anderen zu genießen scheint. Selbst der Schornstein eines benachbarten Heizkraftwerks soll in Kürze auf 80 Meter erhöht werden - die Wasserdampfwolke ist dann nicht mehr auf Augenhöhe der Mitarbeiter. Sonderwünsche werden also erfüllt, denn immerhin hat Kühne + Nagel 32 Millionen Euro in das Vorzeigegebäude investiert.

Im April 2005 war Baubeginn, die Fertigstellung erfolgte bereits im Oktober 2006, der Umzug der Mitarbeiter aus verschiedenen Standorten Hamburgs funktionierte reibungslos. Beim Bau setzte das Architekturbüro Jan Störmer Partner auf die Symbolik einer kleinen japanischen Schmuckdose - harte Schale, weicher Kern.

Dieses Leitmotiv zieht sich durch das gesamte Gebäude, egal ob bei der Gestaltung des Innenhofes, der Kantine oder der Anker-Bar. Und überall dominiert die Farbe blau, egal ob Wandflächen, Trennwände oder Ablagekästen. Nur ganz sparsam darf sich in der Kantine etwas türkis unter die Firmenfarbe mischen.

Für Identifikation mit dem Unternehmen ist also gesorgt. Viele Mitarbeiter aus anderen Standorten werden bei Besuchen in Hamburg ihre Kollegen um die Arbeitsplätze beneiden. Besonders bei dem berauschenden Blick aus dem elften Stock. Scheint dann noch die Abendsonne auf das Gebäude, wirft der Schatten des Firmenlogos einen großen Anker auf die Konferenzwand. Diese Allgegenwärtigkeit des Kühne+Nagel-Symbols kann allerdings auch erdrückend wirken.

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