Enron Gericht schließt Sammelklage aus

Geschädigte Enron-Aktionäre haben vor Gericht eine Enttäuschung erlebt. Die geplante Sammelklage gegen Investmentbanken, die den zusammengebrochenen US-Energiekonzern betreut haben, ist gescheitert.

New Orleans - Geschädigte Aktionäre des zusammengebrochenen US-Energiekonzerns Enron können nach der Entscheidung eines Bundesberufungsgerichts nicht mit einer Sammelklage gegen mehrere Investmentbanken vorgehen. Die Genehmigung einer Sammelklage könne übermächtigen Druck auf einen Angeklagten ausüben, auf eine außergerichtliche Einigung einzugehen, selbst wenn der Beklagte gute Aussichten auf einen Gewinn des Prozesses habe, erklärte das Fünfte Bundesberufungsgericht am Montag in New Orleans.

Anwälte der Aktionäre reagierten enttäuscht. Das Gericht sei der Ansicht, dass auch dann keine Sammelklage geführt werden dürfe, wenn Banken des Enron-Konzerns wissentlich bei der Verschleierung seiner tatsächlichen Lage geholfen und damit Investoren in die Irre geführt hätten. Ein Sprecher der Anwälte kündigte Rechtsmittel gegen die Entscheidung an. Klagen sind gerichtet gegen Merrill Lynch , Credit Suisse , Royal Bank of Scotland , Royal Bank of Canada  und Toronto-Dominion Bank.

Die Investoren wollten in ihrer Sammelklage Ansprüche über 40 Milliarden Dollar (umgerechnet 30 Milliarden Euro) geltend machen. Der Prozess hätte im April beginnen sollen, wird nun aber voraussichtlich verschoben.

Die Insolvenz von Enron im Jahr 2001 war eine der größten Pleiten in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Tausende Mitarbeiter wurden arbeitslos, die Wall Street musste Milliardenverluste an Vermögenswerten verbuchen. Das Energieunternehmen zählte einst zu den zehn größten Konzernen der USA und beschäftigte weltweit 20.000 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von ap