RAG Die Reihen geschlossen

Der Essener RAG-Konzern hat eine weitere Hürde für seinen geplanten Börsengang genommen. Der RAG-Aktionär Arcelor will seinen Anteil an dem Unternehmen für einen Euro abgeben und damit den Börsengang der früheren Ruhrkohle unterstützen. Die endgültige Entscheidung dazu ist damit allerdings noch nicht gefallen.

Luxemburg - Arcelor  habe der RAG verbindlich zugesagt, seinen Anteil von 6,5 Prozent an dem Ruhrgebietsunternehmen zum symbolischen Preis von einem Euro zu verkaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Anteil ist für Arcelor wegen der Risiken aus dem Bergbau praktisch wertlos. Die übrigen RAG-Aktionäre, die Konzerne Eon , RWE  und ThyssenKrupp , hatten deshalb schon vor einem Jahr angekündigt, ihre Aktienpakete zum Preis von je einem Euro abzugeben.

Keine Einigung gibt es bisher allerdings über die Stiftung, der die Erlöse aus dem angestrebten Börsengang zugute kommen soll. Aus den voraussichtlichen Einnahmen von mehr als fünf Milliarden Euro müsste die Stiftung die so genannten Ewigkeitskosten begleichen, die nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus anfallen. Außerdem hat die Stiftung die Aufgabe, das geordnete Ende der Steinkohlenförderung in Deutschland zu überwachen.

Zuletzt hatte es unterschiedliche Meinungen über die Aufgabenbreite der Stiftung gegeben. Unklar ist bisher auch, wer die Stiftung später einmal leiten soll. Der RAG-Chef und Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hat bereits Interesse signalisiert.

Dass der geplante Börsengang der RAG noch scheitern könnte, glauben Beobachter derzeit nicht. Zwar sei nach wie vor nicht ganz klar, ob der Verkauf einzelner RAG-Sparten nicht insgesamt mehr Geld einbringen könnte als der Komplettverkauf der Gesellschaft an der Börse. Doch nordrhein-westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat sich im Gespräch mit manager-magazin.de unter anderem aus Gründen der Industriepolitik für den Erhalt des Gesamtkonzerns stark gemacht.

"Es ist eindeutig so, dass wir gerne einen starken Ruhrgebietskonzern an der Börse hätten", sagte Rüttgers.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters