Privater Konsum Ausgaben wachsen schneller

Die deutschen Haushalte werden immer stärker zur Kasse gebeten: Im abgelaufenen Jahr stiegen die Konsumausgaben um 2,1 Prozent, während die verfügbaren Einkommen nur um 1,8 Prozent zulegten. Besonders deutlich stiegen im Vergleich zum Vorjahr die Ausgaben für Strom, Gas, Heizöl und andere Brennstoffe.

Wiesbaden - Kräftige Preisaufschläge bei den Energiekosten haben die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr in die Höhe getrieben. Insgesamt kletterten die Ausgaben um 2,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Die verfügbaren Einkommen stiegen hingegen nur um 1,8 Prozent.

Insgesamt gaben die privaten Haushalte im Jahr 2006 knapp 1,4 Billionen Euro aus. Je Einwohner gerechnet waren das 16.374 Euro. Erstmals seit dem Jahr 2000 nahmen damit die Konsumausgaben wieder schneller zu als das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte.

"Der Konsum hat vor allem deswegen angezogen, weil die Leute mehr für Strom und Gas ausgeben mussten und weil große Anschaffungen wie Autos wegen der Mehrwertsteuererhöhung vorgezogen wurden", erläuterte ein Statistiker. Für Energie mussten die Haushalte den Berechnungen zufolge 9,6 Prozent mehr ausgeben als ein Jahr zuvor. Gas verteuerte sich um 17,7 Prozent im Vergleich zu 2005, Heizöl um 10,7 Prozent.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei den Energieausgaben über dem Durchschnitt der Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Nach den jüngsten derzeit vorliegenden Zahlen für das Jahr 2005 wendeten die privaten Haushalte in den damals 25 EU-Ländern durchschnittlich 3,8 Prozent ihrer Konsumausgaben für Energie auf, in Deutschland waren es 4,4 Prozent.

Die Sparquote ging leicht um 0,1 Punkte auf 10,5 Prozent zurück. Im Jahr 2000 hatte sie bei 9,2 Prozent gelegen. Insgesamt gaben die privaten Haushalte knapp 1349 Milliarden Euro aus, je Einwohner gerechnet waren das 16.374 Euro.

manager-magazin.de mit material von reuters, dpa und ap

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