Citigroup Keine Übernahmen in Westeuropa

Die große transatlantische Bankenfusion lässt weiter auf sich warten. Das sagte Charles Prince, Chef der Citigroup, in einem Interview. Weder von seiner Bank noch von anderen amerikanischen Instituten erwartet der Banker in nächster Zeit eine große Übernahme in Westeuropa.

Frankfurt am Main - Die größte Bank der Welt, die amerikanische Citigroup , hat keine Ambitionen auf eine große Übernahme in Westeuropa. "Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht daran interessiert, eine große westeuropäische Bank zu kaufen", sagte Citigroup-Chef Charles Prince der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Auch bei anderen amerikanischen Banken halte ich eine transatlantische Fusion mit einer kontinentaleuropäischen Bank für unwahrscheinlich." Im Vordergrund dürfte bei Übernahmen durch US-Konkurrenten eher der britische Markt stehen.

Citigroup hatte vor einigen Jahren der Deutschen Bank  Avancen gemacht, schließlich kam es aber nicht zu einer Einigung. "Eine transatlantische Fusion könnte schon in diesem Jahr zustande kommen", sagte Prince mit Blick auf die gesamte Branche. "In den nächsten drei bis vier Jahren dürfte spätestens etwas passieren."

Für das eigene Haus hat organisches Wachstum nach Worten des Bankers "oberste Priorität", was die Suche nach möglichen Kaufkandidaten nicht ausschließe. Mit Blick auf den deutschen Markt ergänzte Prince, Citigroup habe dort bereits ein starkes Investmentbanking- und Firmkundengeschäft. Dasselbe gelte für die Privatkundenaktivitäten.

Alle Bereiche könnten in den kommenden Jahren stark aus eigener Kraft wachsen. "Und wir schauen gelegentlich nach kleineren Zukäufen, die sich in unser Geschäft wie ein Puzzle einfügen", fügte der Konzernchef hinzu.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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