EADS-Debatte Daimler mischt sich ein

Der EADS-Großaktionär DaimlerChrysler hat sich in die politische Diskussion um den Flugzeugbauer eingemischt. Überlegungen, die Konzern-Doppelspitze abzuschaffen oder das deutsch-französische Gleichgewicht auszuhebeln, erteilt der Autobauer eine klare Absage.

Frankfurt am Main - Der an EADS  beteiligte Autokonzern DaimlerChrysler  hat sich in die politische Debatte um das deutsch-französische Gleichgewicht bei dem europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern eingemischt.

"Aufgrund der bestehenden Abkommen zwischen den strategischen Anteilseignern der EADS bedarf jede Änderung der Aktionärsstruktur, der Corporate Governance sowie der Geschäfts- oder Führungsstruktur von EADS der Zustimmung von DaimlerChrysler", erklärte der Stuttgarter Autobauer am Freitagabend.

"Wir sehen keinerlei Anlass, die bestehenden vertraglichen Festlegungen in absehbarer Zeit zu ändern", erteilte DaimlerChrysler Überlegungen eine Absage, das deutsch-französische Gleichgewicht auszuhebeln oder die Doppelspitze bei EADS abzuschaffen.

Vor dem Hintergrund des Präsidentschaftswahlkampfes in Frankreich und der durch die Probleme der Tochter Airbus ausgelösten Konzernkrise war eine Debatte über das deutsch-französische Gleichgewicht bei EADS entbrannt. Französische Politiker hatten sich für ein stärkeres Gewicht der "Grande Nation" ausgesprochen. Auch die Doppelstruktur an der Spitze der strategisch bedeutenden Rüstungsfirma - derzeit stehen der Deutsche Thomas Enders und der Franzose Louis Gallois an der EADS-Spitze - wurde in Frage gestellt.

Bundesregierung und Bundestag sind sich dagegen weitgehend einig in der Ablehnung einer französischen Übermacht. Zuletzt hatten die Deutschen in einer lange vorbereiteten Aktion 7,5 Prozent an EADS aus dem Besitz von DaimlerChrysler auf ein Konsortium aus Banken und Bundesländern verteilt, um die Balance zu wahren. Der Autobauer wollte die Anteile zu Geld machen.

Nach der komplizierten Transaktion hält DaimlerChrysler  noch 15 Prozent an EADS , bleibt aber im Besitz der Stimmrechte für die bisher gehaltenen 22,5 Prozent. Die französischen Mitgesellschafter Lagardere  und der französische Staat halten zusammen ebenfalls 22,5 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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