EU-Klimagipfel Klimaschutz durch Atomkraft

Beim Klimagipfel der Europäischen Union strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel verbindliche Verpflichtungen der EU-Staaten an. Doch die Ansichten der Regierungschefs - etwa über die Rolle der Atomkraft oder die Förderung von erneuerbaren Energien - gehen weit auseinander.

Brüssel - Wenige Stunden vor dem Treffen mit den anderen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) sagte Merkel am Donnerstag in Brüssel, die EU wolle weltweit Vorreiter beim Klimaschutz sein. Dies werde auch moderne Arbeitsplätze schaffen.

Erneut forderte sie verbindliche Verpflichtungen der EU-Staaten. "Dafür werde ich heute werben, aber da werden wir auch noch sehr schwierige Beratungen haben."

Das am Abend beginnende Gipfeltreffen der 27 Staats- und Regierungschefs ist das erste unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die EU-Staaten sind sich grundsätzlich einig, ihren Treibhausgasstoß bis 2020 um ein Fünftel unter den Stand von 1990 zu senken. Sie wollen damit den Druck auf die USA und China erhöhen, sich ebenfalls zum Klimaschutz zu verpflichten.

Senkung um 30 Prozent angestrebt

"Ich glaube, dass das Problem des Klimawandels so groß ist, dass wir miteinander Verantwortung übernehmen sollten", sagte Merkel. "Viele Menschen auch außerhalb Europas schauen auf uns, ob wir dazu in der Lage sind."

Für den Fall dass andere Industrieregionen mitziehen, will die EU eine eigene Senkung um 30 Prozent ankündigen. Wieviel davon jedes EU-Land schultern muss, soll erst später geklärt werden. Der deutsche Anteil dürfte deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. Der Streit darüber könnte nach Schätzungen aus der Bundesregierung zwei Jahre dauern.

Frankreich: Klimaschutz durch Atomkraft

Umstritten ist unter den 27 EU-Regierungschefs, ob die allgemeinen Klimaschutzvorgabe durch Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien etwa aus Sonne, Wind oder Wasser auf 20 Prozent im Jahr 2020 untermauert wird. Derzeit liegt der Anteil bei 6,5 Prozent.

Ein knappes Dutzend Staaten sperrt sich gegen verbindliche Ziele. In erster Reihe des Widerstands steht Frankreich, das die Rolle der Atomkraft gegen den Klimawandel gewürdigt sehen will.

Andere lehnen dies ab. Als denkbar galt, dass die EU am Freitag nur halb verbindliche Ziele beschließt und zugleich viel Spielraum für die anschließende eigentliche Diskussion lässt, welches Land wieviel schultern muss. Bislang liegt der Anteil erneuerbarer Energien in den einzelnen Ländern weit auseinander.

manager-magazin.de mit dpa und reuters

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