VDO Siemens bekräftigt Börsenpläne

Siemens hält am Börsengang der Autozuliefersparte VDO fest. Finanzvorstand Joe Kaeser hat zwar Kaufanfragen von Private-Equity-Firmen bestätigt. Der Münchener Konzern will aber das Sagen bei VDO behalten.

München - Der Technologiekonzern Siemens  hat bekräftigt, den Automobilzulieferer VDO an die Börse bringen zu wollen. Zwar gebe es Interessensbekundungen von Private-Equity-Unternehmen, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser am Mittwoch am Rande eines Managerkongresses in München. Doch die Angebote seien nicht konkret.

Grundsätzlich könne man niemandem verbieten, sein Interesse zum Ausdruck zu bringen, zumal VDO ein attraktives Unternehmen sei. "Die müssen dann aber auch konkret werden", fügte er hinzu. "Das einzige, was heute konkret ist, ist unser IPO-Plan", sagte er weiter. "Wir haben einen glasklaren Plan."

Derzeit arbeite sein Unternehmen mit Hochdruck an der Ausgliederung des VDO-Geschäfts in eine eigenständige Gesellschaft. Um den entsprechenden juristischen und organisatorischen Rahmen zu schaffen, seien derzeit mehr als 50 Personen beschäftigt. Investmentbanken seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Vorbereitungen für die Emission beauftragt worden. VDO könne der größte Börsengang des laufenden Jahres werden.

Siemens hatte Ende Januar angekündigt, seine Automobilzulieferertochter VDO Automotive bis September an die Börse bringen zu wollen. Bei dem Börsengang werde Siemens die Aktienmehrheit behalten, hieß es seinerzeit. Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld bevorzugt eine Lösung, nach der ein Anteil von 25 bis 49 Prozent von VDO an die Börse gebracht wird und Siemens die industrielle Führung behält. Allerdings hatte Kleinfeld auch Alternativen zu einem IPO nicht ausgeschlossen.

Der Frage, ob der Verkauf an einen Investor komplett vom Tisch sei, wich Kaeser am Mittwoch aus. Zuletzt hatte der Autozulieferer Continental  immer wieder sein Interesse an einem Einstieg bei VDO bekräftigt. Conti-Chef Manfred Wennemer beansprucht aber selbst für den Fall einer Minderheitsbeteiligung für sein Unternehmen, die Geschicke von VDO zu bestimmen. Auch der US-Zulieferer TRW, der mehrheitlich dem Finanzinvestor Blackstone gehört, liebäugelt Medienberichten zufolge mit einem Gebot für den Bereich.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters