Siemens Topmanagement verklagt

Vor dem Obersten Gerichtshof in New York hat ein Siemens-Aktionär eine umfassende Klage eingereicht. Er verklagt amtierende wie ehemalige Topmanager des Konzerns auf Schadensersatz, weil er ihnen Versäumnisse in der Schmiergeldaffäre anlastet.

München - Die Affäre um schwarze Kassen bei Siemens zieht einem Bericht zufolge in den USA juristische Kreise. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Mittwochausgabe) aus Unternehmenskreisen hat ein amerikanischer Siemens-Aktionär eine umfassende Klage auf den Weg gebracht. Davon sind der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat bei Siemens sowie ehemalige Siemens-Vorstände und Aufsichtsräte betroffen.

Eingericht wurde die Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York, der Kläger verlangt Schadensersatz. Die Beklagten sollen für alle Schäden im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal persönlich geradestehen. Ein Sprecher von Siemens  bestätigte die Klage, wollte das Verfahren aber nicht kommentieren.

Bei dem zivilrechtlichen Verfahren vor dem Gericht handele sich um eine abgeleitete Klage, hieß es in dem Bericht. Dabei verklagt ein Aktionär - quasi stellvertretend für das Unternehmen - das Management. Diese Verfahren sind in Amerika sehr populär, wenn Pflichtverletzungen des Managements vermutet werden, aber davon ausgegangen wird, dass die Firmenleitung nicht ausreichend für Aufklärung sorgt.

In diesem Fall wirft der Kläger Aufsichtsrat und Vorstand vor, ihre Aufsichtspflichten verletzt und dem Unternehmen dadurch massiv geschadet zu haben. Zur Begründung der Klage werden die Berichte des Konzerns an die US-Börsenaufsicht SEC und Presseberichte herangezogen.

manager-magazin.de mit Material von dpa