DaimlerChrysler Kritik an China-Connection

DaimlerChrysler-Betriebsratschef Erich Klemm hat die Kooperation der US-Tochter Chrysler mit dem chinesischen Hersteller Chery kritisiert. Chrysler könne zum Türöffner der Chinesen für die amerikanischen und europäischen Märkte werden, befürchtet Klemm.

Stuttgart - DaimlerChrysler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm kritisiert die Strategie des Autobauers bei seiner angeschlagenen US-Sparte Chrysler. Die in dieser Woche vom Aufsichtsrat abgesegnete Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Chery sei "wirtschaftlich nicht sinnvoll", sagte Klemm den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). "Von anderen konstruierte und gebaute Autos unter einer unserer Konzernmarken zu vertreiben, halte ich für den falschen Weg." Klemm bestätigte auf Anfrage seine kritischen Aussagen.

DaimlerChrysler  plant eine Kooperation der angeschlagenen US- Tochter Chrysler mit dem chinesischen Hersteller Chery zur gemeinsamen Produktion von Kleinwagen. Früheren Aussagen von Chrysler-Chef Tom LaSorda zufolge könnte das neue Auto bereits 2009 auf den Markt kommen. Die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat hatte nach Informationen des Blattes geschlossen gegen die Entscheidung gestimmt.

Klemm äußerte in der Zeitung auch die Befürchtung, dass Chrysler damit zum Türöffner für die Chinesen auf den amerikanischen und europäischen Märkten werden könnte. Zudem sei zu befürchten, dass die Prinzipien zur sozialen Verantwortung, zu der DaimlerChrysler sich und seine Lieferanten verpflichtet habe, bei Chery nicht durchzusetzen seien. Zu diesen Prinzipien gehören zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer freien Gewerkschaft oder das Recht, unbehindert Tarifverhandlungen führen zu dürfen.

Chrysler will mit dem geplanten Kleinwagen eine Lücke in der Produktpalette stopfen. Angesichts der Probleme bei Chrysler begrüßte es der Betriebsratschef jedoch, dass der Konzern nun weitere Optionen prüfe. Alle weiteren Schritte des Vorstands werde die Arbeitnehmervertretung daran messen, wie sicher die Arbeitsplätze diesseits und jenseits des Atlantiks dadurch würden.

Die amerikanischen Autokäufer wenden sich angesichts der hohen Spritpreise von den früher beliebten schweren Geländewagen und Pick-ups ab. Davon profitieren vor allem japanischen Hersteller, die viele sparsame kleine Autos im Angebot haben.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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