Mehrwertsteuer-Delle Einzelhandel bricht ein

Der Absatz im deutschen Einzelhandel ist im Januar noch deutlicher zurückgegangen als erwartet. Die Branche gibt der Erhöhung der Mehrwertsteuer die Schuld. Größere Beschäftigung und höhere Kaufkraft sollen dem Handel wieder aus der Delle heraushelfen.

Wiesbaden - Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresanfang im Januar überraschend deutlich eingebrochen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt gab, fiel der Umsatz nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um nominal 4,5 Prozent und preisbereinigt um 5,1 Prozent. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von real 1,7 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich sei der Umsatz real um 1,4 Prozent gesunken.

Der Branchenverband HDE führt den Einbruch auf die höhere Mehrwertsteuer zurück. "Das ist genau die Mehrwertsteuer-Delle, die wir befürchtet hatten", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr am Freitag. "Dass es nicht noch schlimmer gekommen ist, haben die Rabattaktionen verhindert."

Der HDE rechne trotz des enttäuschenden Jahresauftakts weiter mit einem Umsatzplus von 0,5 bis 1,0 Prozent für 2007. "Mittelfristig gibt es Grund zum Optimismus, dass wir aus dem Mehrwertsteuer-Tal wieder herausfinden", sagte Pellengahr. Er verwies auf die Belebung am Arbeitsmarkt und erwartet deutliche Lohnerhöhungen. Preisbereinigt müssten die Händler aber wohl ein Umsatzminus von etwa 1 Prozent hinnehmen.

Der Einzelhandel für Getränke, Lebensmittel und Tabakwaren setzte nach Angaben der Statistiker im Januar real 2,6 Prozent weniger um als noch im Vorjahresmonat. Die höchsten Umsatzeinbußen musste der sonstige Einzelhandel - zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser - mit einem realen Minus von 5,8 Prozent hinnehmen. Zuwächse habe es hingegen im Facheinzelhandel mit Baubedarf, Haushaltsgeräten und Einrichtungsgegenständen gegeben. Dieses reale Umsatzplus von 3,3 Prozent dürfte auf die Rabattaktionen im Januar zurückzuführen sein, teilten die Statistiker mit.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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