Kampf um Endesa Enel stockt auf

Für den Energiekonzern Eon wird es eng. Im Übernahmekampf um die spanische Endesa hat der Konkurrent Enel nachgelegt. Die Italiener haben ihren Anteil bereits auf über 20 Prozent erhöht.

Madrid - Der italienische Stromkonzern Enel  kontrolliert einem Pressebericht zufolge bereits 24,9 Prozent am spanischen Versorger Endesa . Die spanische Zeitung "El Mundo" berief sich am Donnerstag in ihrer Internetausgabe dabei auf mit der Transaktion vertraute Quellen. Der in Rom ansässige Konzern werde dem spanischen Energiemarktregulierer (CNE) den höheren Anteil am Freitagmorgen mitteilen, hieß es weiter.

Am Donnerstag kündigte Enel an, sich die Aufstockung des Endesa-Anteils auf bis zu 24,9 Prozent genehmigen zu lassen. Der italienische Konzern hatte bereits am Mittwoch 9,99 Prozent des von Eon  umworbenen spanischen Versorgers Endesa gekauft und sich zudem weitere 7 Prozent in einem Aktientausch mit der Schweizer Bank UBS  gesichert. Außerdem habe Enel mit dem Finanzinstitut Mediobanca  vereinbart, weitere 4,58 Prozent zu erwerben, teilte das Unternehmen am späten Donnerstag mit. Damit habe Enel einen Anteil von knapp 21,6 Prozent erreicht.

Mit einem Gebot von 39 Euro je Endesa-Aktie hat Enel das offizielle Übernahmeangebot von Eon zu 38,75 Euro überboten. Die spanische Börsenaufsicht CNMV erlaubte Eon nach Angaben der spanischen Tageszeitung "Cinco Dias", Anteile direkt von Endesa zu kaufen, die Eons Angebot bereits gebilligt hat. Bisher war das wegen des Übernahmeangebots nicht möglich.

Falls Enel grünes Licht für die Aufstockung erhält und sich mit Gegnern der Übernahme im Aktionärskreis verbündet, könnte Eons 41-Milliarden-Euro-Deal kurz vor dem Ziel platzen. Enel beantragte bei der Energiekommission, dass eine derzeit noch für die Italiener geltende Stimmrechtsbegrenzung von 3 Prozent aufgehoben wird. Die Begrenzung gilt, weil Enel mit Viesgo einen anderen Versorger in Spanien betreibt. Sollte die Stimmrechtsbegrenzung fallen, könnte Enel auf der entscheidenden Aktionärsversammlung am 20. März ein gehöriges Wörtchen mitreden.

Eon hatte sein Übernahme-Angebot davon abhängig gemacht, dass die Aktionäre von Endesa die bislang für alle geltende Stimmrechtsbeschränkung von maximal 10 Prozent aufheben. Zudem hatte Eon zur Bedingung gemacht, mindestens 50,01 Prozent aller Aktien angedient zu bekommen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, reuters und dpa-afx

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