Endesa Italiener stören Eons Pläne

Eon wähnt sich kurz vor seinem Ziel, den spanischen Versorger Endesa zu übernehmen. Doch nun kommt neues Sperrfeuer aus Italien. Angeblich will Enel bei Endesa einsteigen und sich mit Eons Gegnern verbünden. Die Börse nimmt die Meldung ernst: Die Eon-Aktie stürzte am Mittwochabend ab.

Rom/Madrid - Der staatliche italienische Versorger Enel  wird nach Angaben aus italienischen Ministeriumskreisen vom Mittwochabend 10 Prozent der Anteile an dem spanischen Versorger Endesa  kaufen. Endesa liegt eine Übernahmeofferte des deutschen Versorgers Eon  vor. In Börsenkreisen hieß es zuvor, die Bank UBS  kaufe derzeit für Enel Aktien von Endesa am Aktienmarkt. UBS zahle 39 Euro pro Endesa-Aktie. Sollte Enel 10 Prozent erhalten, wolle der Konzern seinen Anteil auf bis zu 25 Prozent aufstocken. Weder Enel noch Eon wollten die Angaben kommentieren.

Zeitungsberichten zufolge könnte Enel sich mit dem Endesa-Großaktionär Acciona  zusammentun, um die Eon-Offerte zu blockieren. Der spanische Baukonzern, der 21 Prozent an Endesa hält, gilt als größter Gegenspieler von Eon. Auch die spanische Regierung heizte am Dienstag die Gerüchte an. Eon werde nach seiner Einschätzung mit der Übernahme von Endesa scheitern, sagte Industrieminister Joan Clos am Dienstag in einem Radiointerview. Es sei wahrscheinlicher, dass die Kontrolle über den Versorger in Spanien bleibe. "Ich gehe davon aus, dass es vermutlich zu einer Art Pakt (unter den Anteilseignern) kommen wird", sagte der Minister.

Eon bietet 38,75 Euro pro Aktie, insgesamt 41 Milliarden Euro, für Endesa und will damit in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger aufrücken. Die Deutschen haben aber zur Bedingung gemacht, dass die Endesa-Aktionäre die Satzung des Konzerns ändern. Bislang ist das Stimmrecht einzelner Aktionäre auf maximal 10 Prozent begrenzt, Eon will diese Beschränkung kippen. Darüber soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Endesa am 20. März abgestimmt werden.

Der Verwaltungsrat von Endesa hat sich hinter das Eon-Gebot gestellt. Das Gremium hat deshalb seinen Aktionären die Aufhebung der Stimmrechtsbegrenzung empfohlen. Der Großaktionär Caja Madrid mit rund 10 Prozent der Anteile hat angekündigt, für die Satzungsänderung zu stimmen. Im nachbörslichen Handel notierte die Eon-Aktie um 20 Uhr 8,16 Prozent im Minus bei 99,75 Euro. Endesa-Titel standen kaum verändert bei 38,38 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters