Private Equity Blackstone scheiterte an Dax-Konzern

Der Private-Equity-Investor Blackstone stand kurz vor der Übernahme eines deutschen Großkonzerns. Ein 50-Milliarden-Dollar-Deal scheiterte laut Blackstone-Chef Stephen Schwarzman daran, dass die Aktie des Unternehmens zu teuer wurde.

Frankfurt am Main - Der US-Finanzinvestor Blackstone ist nach eigener Aussage kürzlich mit der Übernahme eines börsennotierten Großkonzerns in Deutschland gescheitert. "Wir haben uns Sachen in der Region von 50 Milliarden Dollar angesehen", sagte Blackstone-Chef Stephen Schwarzman am Dienstag am Rande des Branchenkongresses "Super Return" in Frankfurt. "Wir haben uns eine Transaktion dieser Größe in Deutschland angeschaut, aber die Aktie ging nach oben, also konnten wir den Deal nicht machen."

Namen nannte Schwarzman nicht. Größe sei aber unwichtig, es gehe vielmehr um Renditen für die Investoren, sagte der Private-Equity-Veteran. "Wir wachen nicht jeden Tag auf und sagen: 'Wie können wir den größten Deal abschließen?'", fügte Schwarzman hinzu. Im September hatte mit Continental  erstmals ein deutscher Dax-Konzern bestätigt, ins Visier einer Gruppe von Finanzinvestoren geraten zu sein.

Welche Größe Private-Equity-Transaktionen mittlerweile annehmen können, war erst am Montag wieder deutlich geworden. Texas Pacific Group und KKR  kauften für die Rekordsumme von 45 Milliarden Dollar inklusive Schulden den texanischen Versorger TXU. Die Übernahme börsennotierter Gesellschaften ist Schwarzman zufolge aber nicht immer einfach. "Mir scheint das in den USA ein größerer Trend als in Europa zu sein", sagte er. "Es ist nicht so einfach, diese Deals in Europa zu machen." Hierzulande sei es schwieriger, Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen zu drängen und so die volle Kontrolle zu erhalten.

Blackstone gibt sich mittlerweile aber auch mit weniger zufrieden, wie die 4,5-prozentige Beteiligung bei der Deutschen Telekom  für 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zeigte. Der Einstieg sei eher ungewöhnlich für den Finanzinvestor gewesen, auch wenn es bereits zuvor ähnliche Transaktionen gegeben habe, sagte Schwarzman. Bei dem Telekom-Einstieg sei das Risiko von Verlusten gering, während die Chance auf Rendite weitaus höher sei. Grundsätzlich gelte aber: "Mit Minderheitsbeteiligungen lässt sich schwerer als mit Übernahmen Geld machen. Es ist nicht das, von dem wir träumen."

Die vor knapp zwei Jahren vom damaligen SPD-Chef Franz Müntefering in Gang gesetzte "Heuschrecken"-Debatte, in deren Verlauf Finanzinvestoren massiv attackiert wurden, bezeichnete Schwarzman als "deprimierend". Alle Untersuchungen zeigten, dass Private-Equity-geführte Firmen im Schnitt höheres Wachstum verzeichneten, mehr Stellen schafften und erfolgreicher seien. "Wieso wird man dann als Heuschrecke beschimpft?", fragte Schwarzman. "Mir erscheint das unfair und falsch." Er habe aber mit Politikern in Deutschland gesprochen und diese hätten durchaus Verständnis für die Branche gezeigt.

manager-magazin.de mit Material von reuters