Lkw-Fusion VW stockt MAN-Anteil auf

Volkswagen hat seinen Anteil am Nutzfahrzeugkonzern MAN von 20 auf knapp 30 Prozent erhöht. Als Großaktionär sieht VW gute Chancen, MAN mit dem schwedischen Konkurrenten Scania zu vereinigen - unter eigener Führung.

Wolfsburg - Der Volkswagen-Konzern hat seinen Anteil an dem Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN weiter aufgestockt und will damit die angepeilte Lkw-Allianz vorantreiben. VW habe seinen Anteil an dem Münchener Unternehmen auf 29,9 Prozent erhöht, teilte der Konzern am Dienstag mit.

"Der Vorstand von Volkswagen ist davon überzeugt, dass die nun erreichte Höhe der Beteiligung an MAN hilfreich, aber auch ausreichend ist, um mit allen Beteiligten eine freundliche und einvernehmliche Lösung für eine Zusammenführung der Unternehmen MAN und Scania zu finden", hieß es. Ein MAN-Sprecher begrüßte den Schritt. Das Unternehmen rechne auch damit, dass VW Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden wird.

VW war bereits zuvor mit rund 20 Prozent größter Anteilseigner bei MAN. Die Wolfsburger waren Anfang Oktober während des Übernahmepokers um MAN bei dem Konzern eingestiegen und hatten wenig später beim Bundeskartellamt eine Aufstockung auf bis zu 29,9 Prozent angemeldet. Bei Scania ist VW mit 34 Prozent der Stimmrechte bereits seit Jahren größter Anteilseigner.

MAN war erst im Januar mit einer Übernahme von Scania gescheitert und hatte sein Angebot von über zehn Milliarden Euro zurückgezogen. Seitdem drängt VW auf eine einvernehmliche Lösung, wobei der Autobauer auch seine eigene Lkw-Produktion in Brasilien in einen fusionierten Konzern einbringen will. Aktien von MAN  erholten sich nach der Ankündigung leicht, fielen bis zum Börsenschluss aber auf ein Minus von 2,3 Prozent. Volkswagen-Aktien  büßten 2,4 Prozent ein.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa, ddp und dpa-afx

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