DaimlerChrysler Chinesen liebäugeln mit Chrysler

Der chinesische Automobilhersteller FAW denkt einem Zeitungsbericht zufolge über einen Kauf von Chrysler nach. Einer China-Kooperation der US-Sparte hat der DaimlerChrysler-Aufsichtsrat heute zugestimmt. Derweil stößt ein mögliches Bündnis von Chrysler und GM auf den Widerstand der Beschäftigten.

Shanghai - Es sei allerdings nicht klar, ob die Chinesen nur einen Anteil oder die komplette Sparte erwerben wollten, zitiert die "Oriental Morning Post" am Dienstag eine mit dem Thema vertraute Person.

Die FAW Group ist nach Umsatz der größte Fahrzeughersteller Chinas. Der Konzern habe Vertreter in die USA gesandt, um über eine Transaktion zu verhandeln, schreibt die Zeitung aus Schanghai.

Ein Sprecher von DaimlerChrysler in China, Li Liping, wollte den Bericht der Zeitung zufolge nicht kommentieren. FAW betreibt unter anderem ein Joint Venture mit der Volkswagen AG.

Der Aufsichtsrat hat die geplante Kooperation von Chrysler mit dem chinesischen Hersteller Chery zur gemeinsamen Produktion von Kleinwagen abgesegnet. Die Vereinbarung bedürfe allerdings noch der Genehmigung durch die chinesische Regierung, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Damit sei bis Ende März zu rechnen.

Früheren Aussagen von Chrysler-Chef Tom LaSorda zufolge könnte das neue Auto bereits 2009 auf den Markt kommen. Die gemeinsam hergestellten Autos sollen weltweit verkauft werden. Der Schwerpunkt wird aber auf den umkämpften Märkten in Westeuropa und Nordamerika liegen. Mit dem Kleinwagen will Chrysler eine Lücke in der Produktpalette stopfen.

Chrysler-Beschäftigte gegen Beteiligung an GM

Die Arbeitnehmervertreter im DaimlerChrysler-Aufsichtsrat würden sich laut einer US-Zeitung einem Tausch der defizitären Konzerntochter Chrysler gegen eine Minderheitsbeteiligung an General Motors entgegenstellen. Dies berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.

Zuvor hatte das manager magazin über Verhandlungen zwischen DaimlerChrysler  und General Motors berichtet. Ein Tausch der US-Sparte Chrysler gegen Aktien von General Motors war eine der möglichen Optionen. Als weitere Optionen für die Zukunft von Chrysler werden ein Verkauf an Finanz- oder Brancheninvestoren sowie ein Börsengang in Betracht gezogen.

Vorvergangene Woche hatte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche überraschend eine Trennung von Chrysler nicht mehr ausgeschlossen. Die Konzerntochter hatte 2006 zum dritten Mal seit der Fusion mit Daimler-Benz im Jahr 1998 einen Jahresverlust verbucht. Erst nach der Streichung von weiteren 13.000 der zuletzt 83.000 Stellen soll sie vom kommenden Jahr an wieder Gewinne schreiben.

manager-magazin.de mit reuters und dpa

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