Airbus "Wir stehen bereit"

Während Deutschland und Frankreich sich nun endlich auf ein Sanierungsprogramm für Airbus geeinigt haben, meldet sich auch EADS-Aktionär Russland zu Wort. Moskau bietet Kooperationen an und drängt auf Mitsprache.
Von Christian Buchholz

Hamburg/Moskau - 22 Maschinen von Boeing und Airbus stehen derzeit auf der Bestellliste der staatlichen Airline Aeroflot in Russland. Zur Wahl stehen das Boeing-Modell 787-9 Dreamliner (Listenpreis rund 130 Millionen Euro) und der Airbus A350 (165 Millionen Euro). "Eine Entscheidung darüber, welches Modell bestellt wird, beziehungsweise wie viele Airbus- und Boeing-Flugzeuge in dem Auftrag auftauchen werden, ist noch nicht gefallen", sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow im Gespräch mit manager-magazin.de.

Zwar hält Moskau über die staatliche Vneshtorgbank seit vergangenem August 5,02 Prozent am Airbus-Mutterkonzern EADS  und könnte daher von einer Doppelrolle als Investor und Auftraggeber profitieren. Solche Verflechtungen gibt es mit Konkurrent Boeing  zwar nicht, dennoch sind die Amerikaner nicht chancenlos. Sie könnten zum Profiteur eines sich anbahnenden Streits zwischen EADS und Russland werden.

Der Einstieg bei EADS soll laut Russlands Präsident Wladimir Putin "nicht als Schritt zu einer feindlichen Übernahme" missverstanden werden. Aber Unzufriedenheit drückt der Satz, den er anschließt, aus: "Ich denke, eine sinnvolle Kooperation wäre weitaus nützlicher und interessant für die Hersteller hier in Russland und für unsere europäischen Partner."

Doch das EADS-Management ist offenbar wenig begeistert von der Idee aus Moskau, die Vitaly Shmelkov, Vorstandschef der Deutsch-Russischen Wirtschaftsallianz in Berlin, am Montag konkretisierte. In Russland könnten Bauteile aus faserverstärkten Kunststoffen gefertigt werden, die beim Bau des neuen Milliardenprojekts A350 die traditionelle Aluminiumhülle ersetzen sollen, sagte Shmelkov.

EADS bestätigte zwar laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland", dass eine Arbeitsgruppe den Umfang einer Beteiligung Russlands auslote. Erst im vergangenen November bündelte der Staat in der OAK-Holding die Flugzeugmarken Irkut (an der EADS mit 10 Prozent beteiligt ist), Mig, Suchoi, Iljuschin und Tupolew.

Von diesem Technik- und Wissenspool, in dem auch Modelle für den Rüstungssektor produziert werden, könne EADS profitieren, lautet das Angebot aus Moskau. Regierungssprecher Peskow erklärt allerdings: "Unsere Vorschläge, einen Technologietransfer aufzubauen und die Kooperation auch auf Managementebene zu installieren, scheint bei EADS derzeit keine Unterstützung zu finden." Russland bekräftige aber seine Bereitschaft, "bei der Verbesserung der Effektivität im Airbus-Konzern mitzuwirken - dafür stehen wir bereit".

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