VW Nutzfahrzeuge Neue Optionen für Dreierbündnis

Die Nutzfahrzeugsparte des Autokonzerns Volkswagen hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert, der Umsatz stieg um knapp 15 Prozent. Spartenchef Stephan Schaller schloss nicht aus, dass VW möglicherweise seine gesamte Nutzfahrzeugsparte in eine Fusion mit MAN und Scania einbringt.

Hannover - Wie das Unternehmen am Montag in Hannover mitteilte, stiegen die weltweiten Auslieferungen um 10 Prozent auf 441 700 Transporter, Lkw und Busse. Der Umsatz sei gegenüber 2005 um 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis um 5,4 Prozent auf 100,8 Millionen Euro.

Der Chef der Sparte Stephan Schaller wollte sich bei der Jahrespressekonferenz am Montag in Hannover zwar nicht ausdrücklich zu dem Thema MAN und Scania äußern. Dies sei Sache der Anteilseigner, sagte er.

Aber "eine von vielen denkbaren Varianten" sei auch, dass VW nicht nur die in Brasilien gefertigten schweren Laster, sondern die gesamte Nutzfahrzeugsparte in eine solche Allianz einbringen könnte, sagte er auf Nachfragen.

Planungen für Allrad-Multivan

Für das laufende Jahr strebt die Volkswagen-Nutzfahrzeugsparte ein deutliches Ergebniswachstum an. Dazu solle eine Reihe interner Prozessveränderungen beitragen, sagte Schaller. Exemplarisch nannte er Verbesserungen beim Fahrzeugbau sowie die bereichsübergreifende Planung und Umsetzung von Produktvorhaben.

Im Fokus stand im vergangenen Jahr Schaller zufolge besonders das Werk Hannover. Mit einem Produktionszuwachs von 5,4 Prozent, einer überproportionalen Verminderung der Belegschaft um 11,1 Prozent und einer Produktivitätssteigerung von acht Prozent habe der Standort große Fortschritte erzielen können. Er sei aber weiterhin auf die schnelle Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in allen Bereichen angewiesen.

Als wichtigste Produktneuheit des laufenden Jahres kündigte er für das vierte Quartal den Caddy Maxi, eine um rund 50 Zentimeter längere Variante des Caddy, an.

Die Erschließung neuer Märkte steht laut Vertriebsvorstand Harald Schomburg unverändert im Vordergrund. Genauere Angaben machte er dazu nicht. In Genf werde es aber zwei Studien zu sehen geben, die "einige unsere Gedanken und Überlegungen" zeigen, sagte er. Dazu gehört auch ein als Allradfahrzeug ausgestatteter Multivan.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters