Lego-Comeback Bauklötze 2.0

Vor einigen Jahren rutsche Lego in die roten Zahlen, das Aus drohte. Doch die Notbremse wurde rechtzeitig gezogen - mit einer neuen Strategie geht es dem Spielwarenhersteller nun wieder besser: Der Marktanteil steigt, Umsätze und Gewinne lassen die Dänen jubeln.

Billund - Der dänische Spielzeug-Konzern Lego hat seinen Reingewinn im vergangenen Jahr mit 187 Millionen Euro fast verdreifacht und ist nach einer langen Durststrecke erstmals wieder "äußerst zufrieden". Wie Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp bei der Bilanzvorstellung des Familienunternehmens sagte, sei das positive Ergebnis Konsequenz einer neuen Geschäftsstrategie. Auch der Umsatz stieg um 11 Prozent.

Lego hatte schon seit den 90er Jahren mit rückläufigen Umsätzen und steigenden Verlusten zu kämpfen, weil Kinder in aller Welt immer mehr mit Computern und immer weniger mit Plastikbausteinen spielen. Nach dem Verkauf aller vier Lego-Familienparks, massiven Stellenstreichungen und der generellen Rückkehr zum klassischen Kerngeschäft hatte Lego im letzten Jahr auch die Produktion des eigenen Plastikspielzeugs weitgehend von der Konzernzentrale Billund im dänischen Jütland in osteuropäische Länder ausgelagert.

Für das laufende Jahr kündigte Knudstorp erneut einen "markanten Gewinnrückgang" mit Umsatzverlusten an. Als Hintergrund nannte er einen weltweit nicht wachsenden Markt für Spielwaren. Dabei seien besonders die USA und Deutschland als wichtigste Lego-Absatzmärkte "unter Druck". Im besonders wichtigen Weihnachtsgeschäft musste das dänische Unternehmen Lieferengpässe als Folge der Produktionsauslagerung einräumen.

Besonders der Verkauf der klassischen Produktlinien habe sich "noch positiver" entwickelt als erwartet. Die Lagerbestände im Handel seien Anfang 2006 außergewöhnlich niedrig gewesen. Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage sei es nicht gelungen, die Lagerbestände anzuheben.

In Deutschland hat sich der dänische Hersteller nach eigenen Angaben 2006 als Marktführer im Bereich der traditionellen Spielwaren behaupten können. Der Marktanteil habe sich von 11,7 auf 11,9 Prozent erhöht. Sämtliche klassischen Produktlinien hätten mit zweistelligen Zuwachsraten besonders zu diesem Ergebnis beigetragen.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa

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