Airbus Kompromisslose Franzosen

Betriebswirtschaftliche Argumente spielen bei Airbus schon lange keine Rolle mehr: Im Streit um die Sanierung des Flugzeugbauers kündigt der französische EADS-Co-Chairman Arnaud Lagardère nun einen harten Kurs gegenüber Deutschland an. Der Großaktionär will die französischen Interessen unerbittlich verteidigen.

Paris - Der französische EADS-Co-Verwaltungsratschef und Großaktionär Arnaud Lagardère will in den Verhandlungen um die Airbus-Sanierung eine harte Position einnehmen. "Was mich betrifft und den französischen Staat, den ich vertrete, so werden wir die französischen Airbus-Interessen kompromisslos verteidigen", sagte Großaktionär Lagardère in der französischen Tagezeitung "Le Monde" vom Mittwoch.

Frankreich und der französische Rüstungskonzern Lagardère halten 22,5 Prozent der Anteile des europäischen Flugzeug- und Rüstungskonzerns EADS .

Dieser hatte die Bekanntgabe des an diesem Dienstag erwarteten Airbus-Sanierungsprogramms Power 8 wegen strittiger Fragen zwischen den beteiligten Ländern überraschend verschoben.

Lagardère betonte jedoch, dass er zusammen mit seinem Kollegen Manfred Bischoff alles tun werde, damit sich der deutsch-französische Konflikt nicht weiter verschärfe. Gleichzeitig widersprach er Vorwürfen gegen die Aktionäre. "Hören wir doch mit dieser Scheinheiligkeit auf zu sagen, dass es die Aktionäre sind, die das Programm mit Blick auf die Frage nach der Umstrukturierung der Produktion blockieren. Wenn sie es nicht täten, dann würde auf Gewerkschafts- oder Staatsebene gebremst werden", so Lagardère.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat unterdessen Berichte über den Abbau von 10.000 Stellen bei Airbus zurückgewiesen: "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen wie sie jetzt in Frankreich öffentlich geworden sind. Im Übrigen sind mir auch ganz andere Zahlen bekannt."

Nähere Angaben zu den Zahlen wollte Wulff nicht machen. Bei Airbus ist nach Angaben des französischen Premierministers Dominique de Villepin der Abbau von 10.000 Stellen geplant.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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