Volkswagen Gefeierter Gewinnsprung

Volkswagen hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen von Analysten damit übertroffen. Die Börse nahm die Nachrichten positiv auf: Die Aktie des Autobauers legte am Dienstag um knapp 8 Prozent zu.

Wolfsburg - Volkswagen  kommt bei seiner Sanierung besser voran als gedacht. Europas größter Autobauer steigerte im vergangenen Jahr seinen operativen Gewinn vor Sonderposten um mehr als 50 Prozent auf auf 4,4 Milliarden Euro, wie der Wolfsburger Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die Sondereffekte aus den Kosten für die Sanierung und dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen bezifferte der Konzern auf 2,4 Milliarden Euro.

Seinen Überschuss konnte Volkswagen auf 2,75 (Vorjahr: 1,12) Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Die Aktionäre erhalten vergleichsweise dazu nur eine bescheidene Dividendenerhöhung von zehn Cent auf 1,25 Euro je Stammaktie und 1,31 Euro je Vorzugsaktie. An der Börse war zuvor auf eine Anhebung auf bis zu zwei Euro je Anteilsschein spekuliert worden. Die VW-Aktie, die bereits vor Bekanntgabe der Zahlen stark gewonnen hatte, schloss fast 8 Prozent im Plus.

Für 2007 kündigte der Vorstand eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen an sowie einen leicht höheren Fahrzeugabsatz. Damit es weiter aufwärts geht, will der Autobauer auch 2007 seine Aktivitäten zur Verbesserung der Kostenstrukturen und der Prozesse mit "unverminderter Kraft" fortsetzen. Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen die Auslieferungen dank neuer Modelle um fast zehn Prozent auf den Rekordwert von 5,7 Millionen Fahrzeugen gesteigert.

Mit der Buchung der hohen Sondereffekte verkraftet VW die finanziellen Belastungen der Sanierung weitgehend bereits in seiner Bilanz 2006. Nach Analystenschätzungen beliefen sich die Kosten für die Sanierung des Autogeschäfts im abgelaufenen Jahr auf rund 2,5 Milliarden Euro. Dem stehen positive Effekte aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen gegenüber. Außerdem konnte der Konzern nach eigenen Angaben ein Körperschaftssteuerguthaben von fast einer Milliarde Euro verbuchen.

Der größte Brocken der Belastungen entfällt auf den mit der IG Metall abgeschlossenen Tarifabschluss. Darin hat der Konzern als Ausgleich für eine Arbeitszeitverlängerung auf bis zu 34 Wochenstunden eine einmalige Rentenzuzahlung von 6300 Euro je Beschäftigten vereinbart. Dafür mussten Rückstellungen gebildet werden. Geld kostet auch der Abzug der Produktion des Golf aus dem Werk in Brüssel nach Wolfsburg. Beim Abbau Tausender Stellen in Westdeutschland musste VW zudem Abfindungen zahlen.

manager-magazin.de mit Material von reuters