Neubaupläne Zwillingstürme für die EZB

In fünf Jahren will die Europäische Zentralbank in Frankfurt ihr neues Domizil beziehen. Bis zu 2300 Menschen sollen in den zwei knapp 180 Meter hohen Hochhäusern Platz finden. Nun hat die EZB die Pläne für ihr lange umstrittenes Bauvorhaben vorgestellt.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Dienstag die Pläne für den Neubau ihrer Zentrale in Frankfurt am Main vorgestellt: Auf dem früheren Großmarktgelände am Mainufer sollen bis 2011 zwei knapp 180 Meter hohe, ineinander verschlungene Hochhäuser entstehen.

Der EZB-Umzug soll 2012 stattfinden. Die Zentralbank rechnet mit Baukosten in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Bis zu 2300 Menschen sollen im neuen Hauptsitz arbeiten.

Die Planungen hatten in der Stadt Frankfurt eine heftige Kontroverse über den Umgang mit der knapp 80 Jahre alten und denkmalgeschützten Großmarkthalle ausgelöst. Der Entwurf des österreichischen Architekten Wolf Prix sieht vor, das 220 Meter lange Denkmal aus dem Jahr 1928 im Zuge des Neubaus stark zu verändern.

So ist der Abriss der zwei Annexgebäude im Osten und Westen der Halle geplant. Außerdem soll der neue Eingangsbereich das Denkmal an der Stelle durchschneiden, an der es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Im historischen Großmarkt sollen ein Besucherzentrum, eine Bibliothek, Konferenzräume und Büros untergebracht werden. "Dies hat symbolische Bedeutung. Die Bank will sich zum Rest der Welt öffnen", sagte Lorenzo Bini Smaghi, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank.

So soll zwischen den Türmen ein Atrium entstehen, das visuellen Kontakt zum Frankfurter Stadtzentrum mit der Skyline des Bankenviertels herstellt. "Unsere Zentrale wird nicht das höchste Gebäude in Frankfurt sein, aber ein sehr signifikantes", sagte Bini Smaghi.

Die Erben von Großmarkterbauer Martin Elsässer hatten bis zuletzt scharf gegen die Umbaupläne protestiert und auf das Urheberrecht des verstorbenen Architekten gepocht. Das hessische Landesamt für Denkmalpflege hatte seinen Widerstand gegen Prix' Entwurf jedoch am Montag aufgegeben und damit den Weg für den EZB-Neubau freigemacht.

manager-magazin.de mit Material von ap