Weltwirtschaftsklima Sechs-Jahres-Hoch

Die Weltwirtschaft gewinnt am Jahresanfang wieder an Fahrt, sagen die Ökonomen des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung. Nachdem sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2006 etwas abgekühlt hatte, hat sich das Weltwirtschaftsklima im ersten Quartal dieses Jahres wieder verbessert.

Berlin - Die Weltwirtschaft wird auch im ersten Halbjahr 2007 einer Umfrage zufolge robust wachsen. Der vom Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) vierteljährlich ermittelte Indikator für das Weltwirtschaftsklima stieg im ersten Quartal von 104,7 Punkten auf 106,5 Punkte, wie die Experten am Dienstag mitteilten.

"Die Besserung betraf sowohl die Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der Umfrage unter mehr als 1000 Experten aus 90 Ländern. Der Teilindikator für die Erwartungen kletterte auf 91,2 von 89,5 Zählern. Die Beurteilung der Lage verbesserte sich zum sechsten Mal in Folge und erreichte mit 122,4 nach 120,5 Punkten ein Sechs-Jahres-Hoch.

Der Index zeigte für die drei großen Wirtschaftsregionen Westeuropa, Nordamerika und Asien nach oben. In Westeuropa schätzten die Befragten die Lage vor allem in Deutschland, Österreich und Belgien erneut günstiger ein. Für die USA beurteilten die Experten die aktuelle Situation besser als im Vorquartal, blieben bei den Aussichten aber weiter vorsichtig.

In Asien stehen hinter dem Gesamtplus unterschiedliche Entwicklungen in einzelnen Ländern. Während in China das Wirtschaftsklima stabil blieb, verbesserte es sich abermals in Indien. In Japan und Südkorea bewerteten die Befragten die Lage etwas schlechter, schraubten jedoch ihre Erwartungen nach oben.

Die Preiserwartungen für das Jahr 2007 gingen den Angaben zufolge in den USA von 3,1 Prozent in 2006 auf 2,5 Prozent zurück. In Westeuropa seien sie leicht von 2,2 auf 2,1 Prozent gesunken. In Asien seien sie mit 2,8 Prozent stabil geblieben. Angesichts geringerer Inflationsgefahren setzten weniger Wirtschaftsexperten als in der vorangegangenen Erhebung auf weiter steigende Zinsen. In Nordamerika werde sogar mit einem bald bevorstehenden Ende des Zinsanstiegs gerechnet.

Der US-Dollar gilt als angemessen bewertet. Hingegen gelten der Euro und noch mehr das britische Pfund überbewertet. Der japanischen Yen ist der Umfrage zufolge seit über einem Jahr unterbewertet.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters