EnBW Klingelnde Kassen

Bei EnBW haben im vergangenen Jahr ordentlich die Kassen geklingelt. Zum ersten Mal in der Konzerngeschichte erwirtschaftete der Energieversorger einen Überschuss von mehr als einer Milliarde Euro. Für das laufende Jahr warnte Konzernchef Utz Claassen allerdings vor überzogenen Erwartungen.

Karlsruhe - Der Energieversorger EnBW  hat das Geschäftsjahr 2006 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Nach Angaben vom Dienstag übertraf der Überschuss erstmals in der Konzerngeschichte eine Milliarde Euro.

Der Umsatz stieg um 22,8 Prozent auf mehr als 13,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) nahm um 10,2 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro zu.

Als Überschuss verblieben dem Konzern 1,003 Milliarden Euro in der Kassen, fast doppelt so viel wie 2005.

Nach seiner mehrjährigen Sanierungsphase mit kräftigem Sparkurs will der viertgrößte deutsche Energieversorger nach eigenen Angaben eine um etwa ein Drittel höhere Dividende in Höhe von 1,14 Euro je Aktie zahlen,

2007 stagnierendes operatives Ergebnis erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet EnBW allerdings mit einem stagnierenden operativen Ergebnis. Bei deutlich geringeren Netznutzungsentgelten in den Geschäftsfeldern Strom und Gas sei 2007 ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres zu erwarten, teilte EnBW am Dienstag im Geschäftsbericht für das Jahr 2006 mit.

Der Konzernumsatz werde 2007 bei weitgehend konstanten Stromerlösen leicht zulegen, da die Gaspreise voraussichtlich steigen würden, stellte EnBW in Aussicht. Für die Jahr 2007 bis 2009 kündigte EnBW Investitionen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro an, das Gros der Mittel soll in die dominierende Stromsparte fließen. Die Mitarbeiterzahl soll ohne Berücksichtigung von Unternehmenskäufen und -verkäufen bis 2009 stabil bei gut 20.260 Beschäftigten bleiben.

Konzernchef Utz Claassen warnte wegen möglicher politischer Eingriffe vor überzogenen Erwartungen. "Wir müssen auch in Zukunft um jeden Euro kämpfen", sagte er. Zudem kündigte er an, die "strategischen Anstrengungen" zu stärken.

Bereits das Geschäftsjahr 2005 hatte der Versorger mit dem besten Ergebnis der Konzerngeschichte abgeschlossen und weiteres Wachstum angekündigt. 2005 hatte die EnBW Energie Baden-Württemberg AG durch drastischen Sparkurs und kräftigen Schuldenabbau mit 1,081 Milliarden Euro ein Rekordergebnis vor Steuern (EBT) erwirtschaftet. Hauptanteilseigner der EnBW sind die französische EdF und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) mit jeweils 45 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa