Übernahme Volvo schmiedet Lkw-Allianz

Während die Lastwagenbauer MAN und Scania sich bislang nicht auf ein Zusammengehen einigen konnten, schmiedet Volvo eine neue Lkw-Allianz. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller will den japanischen Konkurrenten Nissan Diesel Motor vollständig übernehmen.

Göteborg/Tokio - Der schwedische Nutzfahrzeugbauer Volvo  will für umgerechnet rund 815 Millionen Euro Nissan Diesel Motor in Japan vollständig übernehmen. Der zweitgrößte Lkw-Hersteller der Welt nach DaimlerChrysler  begründete sein Übernahmeangebot am Dienstag in Göteborg mit dem Ziel, auch bei mittelgroßen Lastwagen zu wachsen. Der Nissan-Aufsichtsrat in Tokio sprach sich für die Annahme des schwedischen Angebots aus.

Ein Volvosprecher sagte im Rundfunk, man habe seit längerem ins Auge gefasste Pläne für eine Übernahme nun beschleunigt. Durch Synergieeffekte seien jährliche Einsparungen von umgerechnet knapp 200 Millionen Euro zu erwarten. Nissan produzierte 2005 42.000 Lastwagen, während das schwedische Unternehmen im selben Jahr auf 215.000 Lkw kam.

Das schwedische Unternehmen hielt bisher bereits 19 Prozent der Aktien und war damit größter Anteilseigner. Das Gebot für die vollständige Übernahme liegt um 32 Prozent über dem durchschnittlichen Schlusskurs für Nissan Diesel-Aktien der vergangenen drei Monate. Es läuft bis 23. März.

Volvo biete Nissan Diesel Motor 540 Yen (rund 3,41 Euro) per Aktie in bar für alle ausstehenden Aktien, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Die Offerte habe einen Wert von 7,5 Milliarden Schwedischen Kronen (812 Millionen Euro).

"Die Produkte und das Wissen von Nissan Diesel sind eine wertvolle Ergänzung des Geschäfts der Gruppe", sagte Volvo-Chef Leif Johansson. Nissan Diesel habe eine solide Stellung in Japan und im Rest Asiens, wo Volvo substanzielles Wachstumspotenzial sehe. Die Aktie von Nissan Diesel wurde in Tokio zunächst vom Handel ausgesetzt. Volvo war in Deutschland unlängst wegen Gerüchten über ein Interesse am Kauf des Münchner Nutzfahrzeugkonzerns MAN  in die Schlagzeilen geraten. Johansson wies diese Gerüchte zurück.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters