Salzgitter Übernahme in Kanada geplant

Salzgitter ist an einer Übernahme des kanadischen Konkurrenten Algoma Steel interessiert. Der Kaufpreis soll unterhalb des Börsenwerts liegen, der momentan 935 Millionen Euro beträgt. Die Verhandlungen seien noch in einem frühen Stadium, erklärte der Stahlhersteller.

Salzgitter - Im weltweiten Konsolidierungsprozess der Stahlindustrie will jetzt auch Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter  mitmischen. Die Salzgitter AG nahm Gespräche über eine Übernahme des kanadischen Stahlherstellers Algoma Steel auf. Die Verhandlungen befänden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium, hatte Salzgitter am Donnerstagabend mitgeteilt.

Ein Unternehmenssprecher wollte am Freitag keine Einzelheiten nennen. Früheren Angaben zufolge hat Salzgitter für Zukäufe rund 2,5 Milliarden Euro an Barmitteln zur Verfügung. Algoma wird an der Börse mit 1,43 Milliarden kanadischen Dollar (935 Millionen Euro) bewertet. Das Unternehmen ist der drittgrößte Stahlhersteller des Landes.

"Es besteht gegenwärtig noch keine Sicherheit darüber, dass die Transaktion tatsächlich stattfinden wird", erklärte das deutsche MDax-Unternehmen. Auch gebe es zurzeit noch keinerlei Vereinbarungen über einen möglichen Kaufpreis.

Übernahme wird schon länger erwartet

Algoma selbst erklärte, sollte eine Vereinbarung erreicht werden, liege der Preis wahrscheinlich unterhalb des derzeitigen Börsenpreises. An der Börse in Toronto waren die Aktien des kanadischen Unternehmens in den vergangenen Tagen aufgrund der Übernahmegerüchte deutlich gestiegen. Am Donnerstag hatte ihr Kurs zeitweise mehr als 20 Prozent über dem Vortagesniveau gelegen, später wurden die Aktien mit einem Aufschlag von 14 Prozent bei 51,19 Kanadischen Dollar (33,49 Euro) gehandelt.

Bei Salzgitter wird bereits seit längerem eine Übernahme erwartet. Bei der Vorlage des Neunmonatsberichts im November bestätigte der Konzern, angesichts des deutlich gestiegenen Eigenkapitals eventuelle Übernahmen zu prüfen. Das Kriterium für ein externes Wachstum sei die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, hieß es seinerzeit. Das Eigenkapital von Salzgitter ist nach dem Ausstieg bei Vallourec auf 3,31 Milliarden Euro geklettert. Dies ist fast das Dreifache des Eigenkapitals per Ende 2004.

An der deutschen Börse sagten Händler am Freitag in einer ersten Reaktion, die Übernahme sei für Salzgitter auch zum aktuellen Preis interessant, da sie den Zugang auch zum US-Markt ermögliche. Salzgitter-Titel  starteten dennoch unter dem Vortagesniveau in den Handel. Die im MDax  gelisteten Aktien verloren bis 11.15 Uhr 0,9 Prozent auf 104,18 EURO in einem ansonsten knapp behaupteten Markt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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