Chrysler LaSorda beklagt ungewisse Zukunft

Chrysler-Chef Tom LaSorda will Klarheit über die Zukunft des US-Autobauers. Verkaufsgerüchte belasteten Mitarbeiter und Projekte, sagte er in einem Interview. Für die Zukunft reiche eine Verdoppelung des Auslandsabsatzes für Chrysler nicht aus - das Ziel müsse angehoben werden. LaSorda sucht nun nach neuen Partnern.

New York/Shanghai - Der CEO der Chrysler Group, Tom LaSorda, will mit Hilfe von Partnerschaften den Absatz außerhalb Nordamerikas ankurbeln. Das aktuelle Ziel der Tochter von DaimlerChrysler , den Auslandsabsatz von jährlich 200.000 Fahrzeugen im Jahr nur zu verdoppeln, sei "nicht akzeptabel", sagte der Manager dem "Wall Street Journal" (WSJ). Das Ziel müsse angehoben werden. Partnerschaften mit anderen Herstellern sollen dabei die Kosten der Expansion begrenzen.

LaSorda wollte aber keine Angaben darüber machen, ob es konkrete Gespräche über eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern gebe. Mögliche Allianzen sollen aber dazu führen, dass der Absatz außerhalb Nordamerikas mehr als verdoppelt wird.

Zudem sagte LaSorda, er wolle eher früher als später die Unsicherheit beendet wissen, ob Chrysler Teil der DaimlerChrysler AG in Stuttgart bleibe. Die Frage einer möglichen Abspaltung oder eines Verkaufs beeinträchtige die Mitarbeiter und auch mögliche Projekte des Automobilproduzenten. Es sei aber unklar, wann diese Frage geklärt werden könne.

Chrysler hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar geschrieben, da die US-Kunden verstärkt die verbrauchsgünstigen Fahrzeuge der Wettbewerber kaufen. Der Ausblick für weiteres Wachstum in Nordamerika sei schwach, sagte LaSorda.

Im Kontrast dazu gebe es Chancen in Lateinamerika, Osteuropa und Asien - hier vor allem in China. Dort habe Chrysler aber nur eine geringe Präsenz. Der Export in diese Regionen aus Nordamerika sei zu teuer. Deshalb suche Chrysler nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, die keine großen Investitionen erforderlich machen.

Dagegen seien die Kosten "enorm", wenn Chrysler alleine in das Kleinwagensegment vorstoßen würde, sagte LaSorda. Es sei dann die Entwicklung neuer Getriebe und Bauweisen erforderlich.

Reduzierung der Modellpalette

Reduzierung der Modellpalette

Als weitere Maßnahme wolle Chrysler die Modellpalette um drei bis sechs von derzeit 32 Fahrzeugen reduzieren. Der Konzern müsse nicht mehrerer Modelle im Angebot haben, die bei Größe und Preis vergleichbar seien. Das Angebot eines Automobils in jedem Marktsegment müsse nicht zwangsläufig einen höheren Absatz bedeuten.

Einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" zufolge verhandelt Chrysler mit General Motors (GM) über die gemeinsame Entwicklung neuer Fahrzeuge. Im Gespräch sei die gemeinsame Entwicklung eines großen Geländewagens.

GM ist in diesem Segment bisher mit dem Chevrolet Suburban vertreten, während Chrysler und dessen Marke Jeep kein vergleichbares Modell im Sortiment haben. Die Verhandlungen laufen den Angaben zufolge seit sechs Monaten. Bei einem erfolgreichen Abschluss könnte Chrysler erhebliche Entwicklungskosten einsparen. Gespräche gebe es daneben auch über die gemeinsame Entwicklung von Kleinwagen unter Beteiligung der südkoreanischen GM-Tochter Daewoo.

Unterdessen hat die Konzernmutter DaimlerChrysler  angekündigt, seine Dodge-Modelle ab diesem Jahr auch in China verkaufen. Der Autohersteller baue ein landesweites Händlernetz auf dem weltweit zweitgrößten Fahrzeugmarkt auf. Bisher hatte der Konzern den chinesischen Kunden nur die Marken Chrysler, Jeep und Mercedes Benz angeboten.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, dpa-afx und reuters

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