Siemens Berater unter Verdacht

Bei den neuen Durchsuchungen im Siemens-Konzern geht es laut Medienberichten um Beraterverträge mit einem Arbeitnehmervertreter. Dieser sei für mehrere Sparten von Siemens tätig gewesen.

München - Der neue Schmiergeldfall bei Siemens  steht Kreisen zufolge im Zusammenhang mit Beraterverträgen für einen Arbeitnehmervertreter. Die Ermittlungen konzentrierten sich offenbar auf einen Angehörigen der Arbeitnehmerorganisation "Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger" (AUB).

Dieser habe von Siemens hohe Summen ohne nennenswerte Gegenleistung erhalten, sagten mit dem Fall vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Nachrichtenmagazine berichteten entsprechend. Die AUB ist bei Siemens im Aufsichtsrat vertreten und stellt in einem Geschäftsbereich den Betriebsratschef. Sie hatte in der Vergangenheit - anders als die IG Metall - umstrittene Pläne der Unternehmensführung unterstützt.

Siemens wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte ebenfalls keine Angaben machen und verwies auf das Steuergeheimnis. Eine AUB-Sprecherin betonte, es werde nicht gegen ihre Organisation ermittelt. Was das ehrenamtliche Mitglied als privater Geschäftsmann mache, sei nicht Sache des Vereins. Der Betroffene selbst sei allerdings derzeit "sehr schwer zu erreichen". Der Arbeitnehmervertreter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am Vortag hatte Siemens über Durchsuchungen an den Standorten in München, Erlangen und Nürnberg berichtet. Dabei gehe es um den Verdacht, dass es "zu Zahlungen ohne den Nachweis einer konkreten Gegenleistung an einen Vertragspartner gekommen ist", hatte das Unternehmen erklärt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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