Chrysler Zetsche streicht 13.000 Stellen

Mit weitreichenden Maßnahmen will DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche die Chrysler-Group bereits im kommenden Jahr wieder in die Gewinnzone führen. Jede sechste Stelle fällt seinem neuen Sanierungsplan zum Opfer, viele Schichten werden gestrichen, das Montagewerk Newark und das Ersatzteilcenter Cleveland geschlossen.

Auburn Hills - Die Chrysler Group hat ihren auf drei Jahre ausgelegten "Recovery and Transformation Plan" vorgestellt. Das Programm soll die Rückkehr in die Gewinnzone bis zum Jahr 2008 ermöglichen und langfristig das Geschäftsmodell ändern. Bis 2009 soll die Zahl der Mitarbeiter um 13.000 sinken, das entspricht einer Quote von 16 Prozent.

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche sagte, dass für die Sanierung "alle Ressourcen von DaimlerChrysler  genutzt werden". Daneben würden "weitere strategische Optionen geprüft, die über die erwähnten Kooperationen und Partnerschaften hinausgehen."

Der Plan sieht ergebnisverbessernde Maßnahmen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro vor, die Umsatzrendite soll im Jahr 2009 bei 2,5 Prozent liegen. 2,3 Milliarden Euro sollen in neue Motoren, Getriebe und Achsen investiert werden. "Diese bilden die Voraussetzungen für die Produktoffensive mit mehr als 20 neuen und 13 modellgepflegten Fahrzeugen bis zum Jahr 2009", heißt es in einer ausführlichen Adhoc-Mitteilung des Stuttgarter Konzerns, die um 14.40 Uhr deutscher Zeit gestreut wurde.

Kapazität wird um 400.000 Fahrzeuge gedrosselt

Im gewerblichen Bereich fallen 11.000 Arbeitsplätze über die nächsten drei Jahre weg, davon 9000 in den USA (4700 noch in diesem Jahr) und 2000 in Kanada (1100 in 2007). Im Angestelltenbereich wird die Zahl der Beschäftigten bis 2008 um 2000 reduziert. Spezielle Ruhestands- und ähnliche Sozialprogramme will der Konzern separat ankündigen.

Beschlossen ist bereits der Verkauf von nicht zum Kerngeschäft zählenden Einheiten, einschließlich Transportdienstleistungen. Das Ersatzteilcenter in Cleveland, Ohio, soll bereits im September 2007 stillgelegt werden.

Die Produktionskapazität insgesamt soll um 400.000 Fahrzeuge pro Jahr gesenkt werden. Dafür werden im Lkw-Werk Warren (Michigan) noch in diesem Jahr Schichten gestrichen werden, 2008 soll es eine weitere Schicht im Montagewerk St. Louis (Missouri) treffen.

Gleiches gilt bereits in diesem Jahr für das Montagewerk Newark (Delaware), das Ende 2009 stillgelegt wird.